Mit einem Nachwort von Manuela Reichart. Der Roman "Die Tapetentür", 1957 erstmals erschienen, handelt von Liebe und Traurigkeit, der Einsamkeit und dem Bekenntnis zum Leid. Annette lebt allein. Eine kurze Ehe hat kaum Spuren hinterlassen. Seither gibt es andere Männer, alle bedeutungslos: »Immer fing es so an, zuerst die Langeweile, dann der Ärger und schließlich ein zufälliges Ende.« Annette vergräbt sich in ihren Beruf als Bibliothekarin. Erst als sie den Juristen Gregor Xanther kennenlernt und die beiden gemeinsam eine Familie gründen wollen, scheint sie Sicherheit und seelische Geborgenheit zu finden. Die Totgeburt ihres Kindes läßt sie jedoch auch in dieser Beziehung den Halt verlieren.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.07.2000
Im dreißigsten Todesjahr der Autorin ist ihr Roman "Die Tapetentür" in einer Neuausgabe erschienen. Günther Stocker kommt in seinem ausführlichen Porträt Marlen Haushofers auf diesen Roman zu sprechen. Wir in vielen ihrer anderen Romane sehe die Protagonistin sich hier mit einer Wand konfrontiert. Diese sei im Werk der Autorin stets Zeichen für Ausgrenzung und Schutz zugleich. Im "eigenständigen Diskurs zur Geschlechterfrage", den das Werk Haushofers darstellt, erscheinen Männer stets als verständnislos; was sie an der Frau nicht "mit Händen greifen" können, interessiere sie nicht. Das Verstörende an den Romanen der Autorin (mit Ausnahme von "Die Wand") sei, dass aus der Einsicht der Heldinnen in ihre verzweifelte Lage kein Impuls zur Befreiung erfolge. Dafür könne auch die Hauptfigur von "Die Tapetentür" beispielhaft stehen: sie gehe ihre Beziehung bereits im Bewusstein des letztlichen Scheiterns ein.
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