Aus dem Englischen von Robin Celikates und Eva Engels. Wie steht es um die Bürgerrechte jener, die körperlich oder geistig behindert sind? Wie lassen sich gerechte und menschenwürdige Bedingungen über nationale Grenzen hinweg durchsetzen? Und: Auf welche Weise können wir unseren Umgang mit Tieren in unsere Vorstellungen von sozialer Gerechtigkeit einbeziehen? Diese vom theoretischen Mainstream bislang sträflich vernachlässigten, aber in praktische Hinsicht außerordentlich relevanten Fragen stehen im Zentrum der großangelegten Theorie der Gerechtigkeit, wie sie die amerikanische Philosophin Martha C. Nussbaum in "Grenzen der Gerechtigkeit" entwickelt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.01.2011
Nach wie vor kommt man, stellt Rezensent Wilhelm Vossenkuhl fest, um John Rawls bei der Grundsatzfrage nach der Gerechtigkeit nicht herum. Auch Martha Nussbaum nicht, die in ihrem jüngsten Buch entscheidende Modifikationen am Rawls'schen Vertragskonzept anbringen will. Und zwar, indem sie das Minimalvoraussetzungsmodell von Rawls' fiktiver Vertragsverhandlung, die aller Gesellschaft vorausliegen soll, verändert. Um "Befähigungen? in einem viel grundsätzlicheren Sinn soll es dabei gehen, damit nämlich auch Behinderte, sogar Tiere in der Gerechtigkeitsfrage den Platz bekommen, der ihnen zusteht. Vossenkuhl versagt dem Grundimpuls seine Sympathie nicht, findet auch, dass insbesondere, wo es um Behinderte geht, Nussbaum über Rawls hinausgelangt. Insgesamt aber bleibt ihm manches zu unscharf und Nussbaums Beschwörung der Überlegenheit des eigenen Modells geht ihm irgendwann auf die Nerven.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.11.2010
So einleuchtend Martin Bauer Martha Nussbaums Gerechtigkeitstheorie, ihr Abwägen des Verhältnisses von Moral und Politik auch erscheint, so nüchtern betrachtet er ihre Chancen angesichts von Etatgrenzen. Den Gedankengängen der Sozialphilosophin, von der liberalen Definition von Gesellschaft als Kooperationssystem über die Infragestellung grundsätzlicher Bedingungen des liberalen Kontraktualismus bis hin zu ihrer Kritik an dessen Verkoppelung der Achtung von Personen und deren Produktivität, folgt er dennoch gerne. Nussbaums Anregungen und Vorschläge bedenkend, erkennt er die von der Autorin aufgezeigten Grenzen des Liberalismus als unbestreitbar an. Dies trotz seiner Skepsis angesichts der hier entworfenen "politischen Anthropologie".
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