Noch nie war die Europäische Union so umstritten: Nach fünf Jahren Krise gilt sie vielen als Auslaufmodell, als Inbegriff ausufernder Bürokratie, als Wohlstandsgrab. Der Euro steht auf dem Spiel, deutsche Zeitungen lästern über die "Pleitegriechen", während im Süden das Bild vom hässlichen Deutschen wieder aufl ebt. Erstmals besteht die reale Möglichkeit, dass das Projekt Europa scheitert. Aber welche Folgen hätte ein Ende des Euro oder gar der Union? Martin Schulz, der ebenso streitbare wie respektierte Präsident des Europaparlaments, zeichnet ein realistisches und daher umso beunruhigenderes Szenario: Der europäische Binnenmarkt könnte zerfallen, die Arbeitslosigkeit weiter steigen, Europas Staaten wären den USA oder Schwellenländern wie China hoffnungslos unterlegen, während von innen ein neuer Rechtspopulismus droht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.03.2013
Als diskussionswürdigen sozialdemokratischen Beitrag zur verfahrenen EU-Debatte schätzt Martin Winter das Buch des Präsidenten des Europäischen Parlaments allemal. Allerdings hat er Zweifel, ob das von Martin Schulz vorgeschlagene EU-Umbaumodell funktionieren würde. Nicht Schulz' Vorliebe fürs Holzschnittartige kritisiert Winter in diesem Zusammenhang, sondern die Voraussetzungen, die Schulz seinem Entwurf voranstellt. Dass nämlich Europa das Nonplusultra aller Dinge ist, wie der Autor suggeriert, und es bloß an der Umsetzung mangelt möchte Winter bezweifeln: Vielleicht ist Europa ja gar kein Riese. Dann aber, meint er, liefe zum Beispiel Schulz' Vorschlag, unwilligen Nationalpolitikern mit Ausschluss zu drohen, auf eine Zersplitterung hinaus, nicht auf Einigung.
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