Hey guten Morgen, wie geht es dir?
Roman

Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2024
ISBN
9783608988260
Gebunden, 224 Seiten, 22,00
EUR
Klappentext
Tagsüber hilft Juno ihrem schwerkranken Mann Jupiter dabei, seinen Alltag zu meistern. Sie ist Künstlerin, tanzt und spielt Theater. Und nachts, wenn sie wieder einmal nicht schlafen kann, chattet sie mit Love-Scammern im Internet. Martina Hefter hat einen Roman über Bedürfnisse und Sehnsüchte geschrieben. Und darüber, wie weit man bereit ist, für die Liebe zu gehen.
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Info)
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2024
Rezensent Christian Mayer lobt Martina Hefters Roman als "Geschichte zweier Überlebenskünstler" und erkennt dabei deutliche Parallelen zwischen der Protagonistin Juno und der Autorin selbst. Juno, eine Leipziger Künstlerin, die ihren an Multipler Sklerose erkrankten Mann, den Schriftsteller Jupiter, pflegt, muss sich nicht nur mit dessen Pflege, sondern auch mit finanziellen Sorgen herumschlagen. Nachts chattet sie mit Love-Scammern und entlarvt deren Maschen, bis sie auf den Nigerianer Benu trifft. Anders als die üblichen Betrüger weckt er Junos Interesse, bleibt aber in seinen Absichten undurchsichtig. Hefter gelingt es laut Mayer, das Leben als "ewigen Hindernislauf" zu schildern und Menschen darzustellen, die "ihre Würde" unter den widrigsten Bedingungen verteidigen. Eine humorvolle und zugleich ernste Erzählung über das Leben am Existenzminimum, schließt Mayer.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 31.08.2024
Für Rezensentin Leonie Gubela ist Martina Hefters neuer autofiktionaler Roman das Buch der Saison, ein Eindruck, der sich im persönlichen Gespräch nur noch verstärkt: Im Zentrum steht die Tänzerin Juno, die sich neben all ihrer Arbeit auch um ihren an Multipler Sklerose erkrankten Mann kümmert. Zunehmend hat sie Schlafprobleme und vertreibt sich die Zeit damit, sich zum Spaß auf Betrüger im Internet einzulassen und online nachzuverfolgen, welche Sternbilder gerade wo zu sehen sind, so Gubela. Dass Hefter dabei auf ihr eigenes Leben zurückgegriffen hat, verleiht dem Text einen gewissen motivierenden Trotz, lobt die Kritikerin, die das Buch völlig zurecht auf der Longlist des Deutschen Buchpreises sieht.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 13.08.2024
"Göttliche Namen und sehr irdische Probleme" treffen in Martina Helfers Roman aufeinander, konstatiert Stephanie von Oppen: Juno ist Tänzerin, Jupiter, ihr Mann, ein an multipler Sklerose erkrankter Schriftsteller. Juno versucht ihren Mann so gut es geht zu unterstützen und lenkt sich nachts mit Chats mit sogenannten Love Scammern - ein moderner Ausdruck für Heiratsschwindler - ab, wobei nicht so ganz klar ist, wer eigentlich wen scammt, so Oppen. Das alles scheint nicht nur autobiografische Ursprünge zu haben, sondern ist auch mit "fantasievoller, poetischer Sprache" geschrieben und hat der Kritikerin zufolge zurecht gerade den Preis des Deutschen Literaturfonds erhalten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.07.2024
"Mit göttlichen Vorschusslorbeeren ins Leben geschickt" sind die nach Göttern benannten Figuren in Martina Hefters Roman, den Rezensent Andreas Platthaus ebenfalls "göttlich" findet: Juno ist Tänzerin, sie lebt in Leipzig mit ihrem Mann Jupiter zusammen, der an Multipler Sklerose leidet und zunehmend auf ihre Hilfe angewiesen ist. Sie vertreibt sich ihre Zeit damit, mit Betrügern auf Dating Plattformen zu schreiben, wobei nicht klar ist, wer da eigentlich wen betrügt - für Platthaus ein spannendes Spiel mit Fragen nach Einsamkeit und Zuneigung. Ebenso gefällt ihm, dass sich durchaus Bezüge zur realen Identität der Autorin erkennen lassen, sie aber spielerisch-gekonnt damit umgeht - ein großer, überzeugender Roman, befindet er abschließend.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 25.07.2024
"Ein Kammerspiel mit unendlicher Reichweite" hat Martina Hefter da vorgelegt, befindet Rezensent Ronald Düker: Es dreht sich um das Paar Juno und Jupiter, die in einer gemeinsamen Leipziger Altbauwohnung leben. Jupiter hat Multiple Sklerose, Juno kümmert sich mit wachsender Unlust und lässt sich mit einem Love Scammer ein - aber wer hier eigentlich wen scammt, bleibt eine spannende Frage, versichert Düker. Hefter zieht ihn jedenfalls voll und ganz in den Bann mit ihrer Geschichte, die sich auf kleinem Raum abspielt, aber von Liebe bis Altwerden doch die großen Themen abdeckt.