Eine Dynastie wie die Habsburger hat es in der Geschichte nicht noch einmal gegeben. Aus einer kleinen Grafenfamilie im Südwesten Deutschlands wurde ein Herrschergeschlecht, das die römisch-deutsche Kaiserwürde eroberte und sich gleichzeitig ein eigenes Imperium entlang der Donau aufbaute. Mehr noch: Das Reich der Habsburger erstreckte sich zeitweilig über mehrere Kontinente, in ihm ging tatsächlich die Sonne nicht unter, wie die Zeitgenossen bewundernd sagten. Martyn Rady fasst diese große Geschichte in eine große Erzählung, die die Herrschergestalten ebenso betrachtet wie die Grundzüge der europäischen Geschichte. Der Machtkampf im Mittelalter zwischen den Fürsten und dem Kaiser, die Glaubensauseinandersetzungen zwischen Reformation und Gegenreformation, die Bewegung der Aufklärung und der Nationalismus: Immer sind die Habsburger an entscheidender Stelle beteiligt. Das gilt dann auch für die letzte Phase, das 19. Jahrhundert bis zum "Großen Krieg", der das Ende der Habsburger brachte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.03.2022
Rezensent Hannes Grandits ahnt mit Martyn Radys Buch über die Habsburger, warum deren Dynastie europäische Geschichte auf so zentrale Weise geprägt hat. Über 900 Jahre Habsburger-Herrschaft erzählt der Autor laut Rezensent anekdotenreich, eintauchend in Heiraten und Fehden und anhand von Feinden und Mitstreitern der porträtierten Herrscherfiguren. Die globalen Bezüge der Habsburger Geschichte werden dabei für Grandis ebenso erhellt wie Reichs- und Regionalgeschichtliches.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.06.2021
Rezensent Gustav Seibt schätzt das Buch des Historikers Martyn Rady für seine Unterhaltsamkeit und Detailtreue. Große Thesen oder auch nur Fragen zur Dynastie der Habsburger bietet der Band laut Seibt hingegen eher nicht. Anekdotenreich plaudernd setzt der Autor ihm generationenweise und durchaus materialreich Selbstmythisierungen und Zeremonien, Gebrechen und Herrschaftsstrategien auseinander. 600 Seiten, die sich leicht weglesen lassen, suggeriert er.
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