Entwickelt sich China zu einem das Abendland konkurrierenden Riesen mit Weltmachtstatus, oder bewegt es sich noch lange in kleinsten Schritten am beschwerlichen Pfad in Richtung Industrialisierung? Die Antwort ist ungewiss. Fest steht allerdings: Das China der Zukunft steht auf den Fundamenten des 20. Jahrhunderts! Bis 1949 wurde China im Bewusstsein des Westens wenig reflektiert. Opiumkrieg, Boxeraufstand, Missionswesen und das Leben in den Handelshäfen rückten später in den westlichen Blickwinkel, chinesische Quellen blieben vielfach verschlossen. Die schriftlichen Zeugnisse westlicher China-Reisender im 20. Jahrhundert, Revolutionspilger, Abenteurer, Journalisten, Diplomaten, Forschungsreisende und jüdische Flüchtlinge aus Europa, relativieren in atmosphärischen Schilderungen ihrer Lebensumstände und ihrer politischen und kulturellen Netzwerke das jahrzehntelang verbreitete China-Bild - ein China, das nur aus seiner eigenen Geschichte zu begreifen ist.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.01.2008
Rezensent Jürgen Kahl ist beeindruckt, wie ausführlich und gründlich Autor Matthias Messmer sich seines Themas angenommen hat, auch dabei ein Buch entstanden ist, das den Leser durchaus fordert. Dafür sei das Buch akademisch solide und fundiert. Im Wesentlichen ist der Rezensent auch inhaltlich mit Messmer einverstanden - auch wenn er beispielsweise die Rolle der Juden für den interkulturellen Austausch mit dem China des frühen 20. Jahrhunderts als weniger zentral einschätzt. Auf jeden Fall kann man aus dem Buch auch etwas über die zeitgenössischen Diskurse zu China lernen. Zum Beispiel zeigt Messmers Arbeit, dass "die normal temperierte Wahrnehmung damals wie heute die Ausnahme von der Regel" ist.
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