Gekürzte Fassung. 8 CDs, 572 Minuten. Sprecher: Ulrich Matthes. Bei seiner Einreise in die Schweiz wird Mister White festgenommen, weil er für die Polizei mit dem verschwundenen Bildhauer Anatol Ludwig Stiller identisch ist. Frühere Freunde und auch seine Frau bestätigen den Verdacht. Er aber widersetzt sich dieser Festlegung: "Ich bin nicht Stiller!" Diese Identität ist ihm fragwürdig geworden, und er will sich die Freiheit der Wahl, ein anderer zu sein, erhalten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.07.2006
"Stiller" und Matthes - für Wolfgang Schneider eigentlich ein perfektes Gespann. Das Buch hält er für einen der großen, hörbuchtauglichen Ich-Romane schlechthin, im Schauspieler Ulrich Matthes sieht er den Premium-Vorleser des Subjektiven. Wenn Schneider dennoch nicht ganz zufrieden ist mit dieser Hörbuch-Adaption, so liegt das am Understatement des Vorlesers, das Stiller in allzu mildem Licht erscheinen lässt. Schneider nennt es lieber "Zurückgenommenheit", weil er Matthes sich in seine eigene Paraderolle fahren sieht: Die Überspanntheit der Hauptfigur, die Leidenschaft und Situationskomik der Szenen - so herrlich hörbuchtauglich! Schneider leidet beträchtlich. Um so mehr, als Matthes sein "theatralisches Können" ja szenenweise "durch eigenwillige Akzente" immer wieder unter Beweis stellt. Nein, Schneider bleibt dabei: Dieser so kühne Text hätte einen gewitzteren Vortrag verdient.
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