Herausgegeben von Lisa Wenger und Martina Corgnati. Zum 100. Geburtstag der Künstlerin und Lyrikerin Meret Oppenheim öffnet dieses Buch die Tür zu ihrer Gedankenwelt und ihrem Freundeskreis. Das visuelle Zentrum dieses umfangreichen Bands bildet das Faksimile des 92-seitigen Albums "Von der Kindheit bis 1943", in dem die Künstlerin eine von Hand geschriebene, gezeichnete und mit eingeklebten Bildern ergänzte Autobiografie collagiert hat. Darum herum werden über 1000 unveröffentlichte Dokumente aus sieben Jahrzehnten im Originalwortlaut wiedergegeben: die Briefe an die Mutter, den Vater und den Ehemann, die Korrespondenz mit Künstlern, Intellektuellen und Kuratoren. Das Buch erscheint zu den Meret-Oppenheim-Retrospektiven im Kunstforum Bank Austria in Wien (21. März-14. Juli 2013) und im Martin Gropius-Bau in Berlin (16. August-1. Dezember 2013).
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.06.2013
Zeitlebens war die Lyrikerin und Künstlerin Meret Oppenheim auf die Wahrung ihrer Privatsphäre bedacht, selbst ihren Nachlass hielt sie per testamentarischer Verfügung noch 20 Jahre nach ihrem Tod hinter Verschluss, weiß Guido Magnaguagno. Diese Frist verstrich 2005, und zum diesjährigen 100. Geburtstag der großen Surrealistin erscheint eine Auslese aus Briefwechseln und persönlichen Aufzeichnungen im Band "Worte nicht in giftige Buchstaben einwickeln", den die Kunsthistorikerin Martina Corgnati zusammen mit Oppenheims Nichte Lisa Wenger kundig herausgegeben hat, so der Rezensent. Briefe von Duchamp, Max Ernst und Giacometti liest Magnaguagno und bedauert einzig, dass die Korrespondenz "fast ausschließlich im Einbahnverkehr überliefert" ist. Dennoch vermittelt der Band dem faszinierten Rezensenten "durchaus erhellende Einsichten".
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