Wieso enden unsere Meinungsverschiedenheiten in bitteren Fehden, die uns entzweien? Warum können wir nicht mehr gesittet streiten? Woher rührt das peinliche Schweigen in Familien, unter Freunden und Kollegen, sobald es um Politik geht? Ob Coronakrise, Zuwanderung oder Ukrainekrieg: Dass die Gesellschaft wahlweise "polarisiert" oder "gespalten" sei und das Diskussionsklima "vergiftet", hören wir seit Jahren. Doch bisher fehlte eine überzeugende Erklärung dieser verbreiteten Überzeugungen, die nicht einfach solche Floskeln wiederholt. Der Philosoph Michael Andrick zeigt, dass unser Diskurs-Elend aus einer Verhaltensweise entsteht, die wir alle beherrschen: Spaltung ist eine Infektion der Kommunikationswege mit dem Virus der Moralisierung. Dieses Buch klärt auf, wie wir uns derart voneinander entfremden konnten, wohin dies die Gesellschaft führt - und wie neue Verständigung gelingen kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.05.2024
Rezensent Michael Esfeld ist mit der Grundthese des Buches Michael Andricks einverstanden. Der Autor argumentiert, lernen wir, dass gesellschaftliche Spaltung nicht mit politischen Antagonismen beginnt, sondern erst da, wo Konflikte moralisiert werden. Es geht nicht darum, führt Esfeld mit Andrick aus, Moral komplett aus der Gesellschaft herauszuhalten, sondern darum, Menschen nicht zu instrumentalisieren, sondern als "Zwecke an sich" (Andrick) aufzufassen. Eben das ist, so Esfeld mit Andrick, nicht mehr möglich, wenn politische Debatten moralisiert werden. Der Rezensent möchte Andricks Buch vor allem auf aktuelle Kulturkämpfe, insbesondere hinsichtlich Corona, bezogen wissen.
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