Michael Butter

"Nichts ist, wie es scheint"

Über Verschwörungstheorien
Cover: "Nichts ist, wie es scheint"
Suhrkamp Verlag, Berlin 2018
ISBN 9783518073605
Kartoniert, 271 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Seit 2015 Hunderttausende Flüchtlinge in die Bundesrepublik kamen, kursiert im Netz die Theorie vom "Großen Austausch": Das Land solle von einer globalen "Finanzoligarchie" mittels der "Migrationswaffe" ausgeschaltet werden. Neben mangelndem Vertrauen in die Politik ist der Glaube an Verschwörungstheorien ein Merkmal des populistischen Brodelns. Doch was macht eine Erklärung zu einer Verschwörungstheorie? Warum sind sie für viele so attraktiv? Und was kann man dagegen unternehmen?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2025

Ein schlaues, lesenswertes Buch über Verschwörungstheorien hat Michael Butter laut Rezensentin Hannah Schmidt-Ott geschrieben. Und zwar, weil er ohne Alarmismus und mit originellen Argumenten an die Sache herangeht. Butter hält etwa wenig davon, statt von Verschwörungstheorien von -narrativen zu reden, tatsächlich sind Verschwörungstheorien, referiert Schmidt-Ott, mit nicht-falsifizierbaren Theorien in den Sozialwissenschaften vergleichbar. Sie sind auch, ist Butter überzeugt, gar nicht so gefährlich wie man meint, viele sind in der Tat harmlos, problematisch werden sie erst, wenn sie mit rassistischen oder anderen böswilligen Überzeugungen einhergehen. Das alles liest Schmidt-Ott angesichts der allgegenwärtigen Aufregung gern, und sie hofft, dass auch die These des Amerikanisten, dass die Gegner der Verschwörungstheoretiker diesen oft darin ähnlich sind, dass sie die vermeintlich bösen Absichten einer geheimen kleinen Gruppe überhöhen, Hand und Fuß hat. Jedenfalls kann man aus diesem Buch, so der Tenor der Besprechung, einiges lernen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.04.2018

Rezensent Tobias Sedlmaier lernt eine Menge über Verschwörungstheorien, ihre Geschichte und Theorie mit Michael Butters Buch. Dass der Autor nicht nur mit den Verschwörungstheorien selbst aufräumt, sondern auch mit den unpräzisen Vorstellungen von ihnen, findet Sedlmaier erhellend. Inwiefern Verschwörungstheorien sinn- und gemeinschaftsstiftend wirken und nicht Ausdruck von psychischer Unzurechnungsfähigkeit sein müssen, vermag ihm der Autor ebenso auseinanderzusetzen wie ihr utopisches Moment und ihre größte Schwäche.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.03.2018

Helmut Mayer erfährt aus dem Buch des Tübinger Amerikanisten Michael Butter über die neuere Geschichte und das Funktionieren von Verschwörungstheorien. Die steigende Aufmerksamkeit für Verschwörungstheorien erklärt der Autor ihm als Effekt der durch das Internet und die sozialen Medien gesteigerten Möglichkeiten sie zu propagieren. Dass Verschwörungstheorien  längst nicht mehr als legitime Form behaupteten Wissens gelten, erklärt ihm Butter auch. Ihre Konjunktur habe auch mit dem Zerfall der Öffentlichkeit zu tun, lernt Mayer. Den Band empfiehlt er als Orientierung zum Thema.
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