Mit 39 Abbildungen. 1933 erhoben der Schweizerische Israelitische Gemeindebund und die Israelitische Kultusgemeinde Bern vor dem Berner Amtsgericht Klage gegen die Verbreiter der "Protokolle der Weisen von Zion". In dem weltweit beachteten Verfahren suchten die Kläger die Entstehung des Textes lückenlos zu rekonstruieren und damit das einflussreichste Dokument des modernen Antisemitismus als Fälschung zu entlarven. Die antisemitischen Beklagten wollten hingegen die "Echtheit" der "Protokolle" nachweisen. Dabei konnten sie auf ein weit verzweigtes Netzwerk zurückgreifen, dessen Verbindungen von Berlin, Paris und Wien bis nach Los Angeles und ins mandschurische Harbin reichten.
Beide Seiten trugen eine Vielzahl von Dokumenten und Zeugenaussagen zusammen, die sich heute in über 30 Archiven auf drei Kontinenten befinden. Der Autor hat diese Materialien erstmals zusammengeführt und ausführlich kommentiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.05.2018
Michael Wildt lernt im Buch des Historikers und Slawisten Michael Hagemeister die Bedeutung des Berner Prozesses über die Protokolle der Weisen von Zion für den Kampf gegen den Antisemitismus kennen. Die Feststellung des Gerichts, dass es sich bei den Protokollen um eine plumpe antisemitische motivierte Fälschung handelt, kann ihm der Autor mittels akribischer Quellenkunde in einen größeren historischen Zusammenhang stellen. Auch die Bemühungen um die Verbreitung der Hetzschrift durch antisemitische Netzwerke vermag der Autor Wildt vor Augen zu führen, Personen und Verflechtungen offenlegen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.08.2017
Rezensent Christoph Wehrli erkennt in Michael Hagemeisters Rekonstruktion des Berner Prozesses um die "Protokolle der Weisen von Zion" ein kritisches "Buch-Denkmal" der Aufklärung. Mit seiner Darstellung von Hintergründen, Prozess-Taktiken, Interna sowie der mit den "Protokollen" verbundenen Behauptungen, Lügen und Fantasien dringt der Historiker und Slawist Hagemeister laut Wehrli gründlich in die Materie ein. Auf Einzelstudien basierend bietet Wehrli der Band auch eine Chronik, Kurzbiografien der Protagonisten und ausführliche Dokumente zum Prozess.
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