Als Karawanenstadt an der Handelsroute zwischen östlichem Mittelmeer und dem Arabischen Meer gelegen, nahm das syrische Palmyra während seiner Blütezeit vom 1. bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. eine überragende politische und kulturelle Stellung ein. Dann verlor die Stadt an Bedeutung und geriet schließlich fast in Vergessenheit, bis sie im 17. Jahrhundert von einem italienischen Reisenden wiederentdeckt wurde. Schon im 18. Jahrhundert waren die Ruinen von Palmyra zu einem der am häufigsten gemalten Motive des Nahen Ostens geworden. Bis heute begeistert die Wüstenstadt Geschichtsinteressierte und Wissenschaftler gleichermaßen.
Michael Sommer erzählt die Geschichte Palmyras von den Anfängen der Stadt über ihre Blütezeit und den allmählichen Niedergang bis hin zur heutigen Bedrohung dieses einzigartigen UNESCO-Weltkulturerbes.
Rezensent Berthold Seewald ist sichtlich fasziniert von dieser Geschichte Palmyras, die der Althistoriker Michael Sommer hier vorlegt. Angenehm sachlich und "gut lesbar" findet er dieses Porträt der syrischen Stadt, die in der Antike jahrhundertlang als Mittlerin zwischen den Mittelmeer-Imperien stand und dabei ausgezeichnete verdiente. Toleranz gegenüber allen Religionen war Voraussetzung, ebenso eine ungewöhnliche Fähigkeit zur Vernetzung sowie anpassungsfähige politische Ordnungen, lernt Seewald. Die Stadt profitierte dabei vom kurzen Seeweg nach Indien ebenso wie von ihren kriegerischen Anführern, die eine Karawane zu schützen wussten. Am Ende gelang ihnen sogar ein Sieg über die Perser, gegen die die Römer eine herbe Niederlage erlitten hatten. Das liest sich für Seewald alles äußerst anregend, zumal der Autor seine Forschungsergebnisse auch noch mit einer "faszinierenden Indizienkette" belegen kann, wie der beeindruckte Rezensent versichert.
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