Aus dem Französischen von Helmut Scheffel. Schon bei seiner Ankunft in Bleston beschleicht Jacques Revel, der für ein Jahr in einem Export-Import-Unternehmen arbeiten soll, ein unbestimmtes Gefühl von Unbehagen, er fühlt sich verfolgt und beobachtet. Um zu verstehen, was um ihn herum passiert, beginnt er zeitversetzt mit Aufzeichnungen, in denen sich Gegenwart und Vergangenheit annähern und kreuzen. Doch durch die Niederschrift seiner Beobachtungen wird auch das Gewöhnliche rätselhaft und bedrohlich, die Stadt zu einem mythischen Labyrinth. Langsam wird er zum Opfer seiner eigenen Gedanken und das Chaos der Großstadt spiegelt sich in den Strukturen seiner Erzählung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.12.2009
Zwischen "Behagen und Unbehagen" changiert Rezensent Stephan Speicher in seinem Urteil über den Roman einer Dorfjugend von Ulla Hahn. Denn einerseits anerkennt er die Darstellung der dörflichen Beschränktheit, die sich ziemlich eindrücklich auf den Leser überträgt. Andererseits sind ihm die eingestreuten Zeitanalysen der sechziger Jahre zu erbaulich und lassen ihn an den eigenen, etwas beschränkten Schulfunk zurückdenken. Die unvermittelte Konzentration der Protagonistin auf ihre Schullektüre lässt die Hauptfigur auch etwas veröden, stört sich Speicher. Den bisherigen Erfolg des Buches kann er allerdings verstehen: Aufgrund der "saugenden Atmosphäre" des Buches, die einem mit Beginn der Lektüre gleichsam in die Geschichte zieht, prophezeit er dem Roman eine anhaltend große Leserschaft.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 08.12.2009
Kafka und Proust als Amalgam - Die beiden Säulenheiligen der literarischen Moderne sind die Vorbilder für Michael Butors Debütroman, den dieser 1956 niederschrieb, erklärt Rezensent Tobias Lehmkuhl und findet Gefallen an diesem Buch. Gleich einer Fuge nämlich führt Butor die fünf Erzählstränge "meisterhaft" und "mit musikalischer Leichtigkeit" parallel, so dass Lehmkuhl zum Vergleich ausholt: So wie der Protagonist Revel von der Stadt Bleston in Bann gezogen wird, so kann sich auch der Leser der Lektüre nicht entziehen. Gleichzeitig entspricht der gewachsene Hass des Franzosen Revels für Bleston, den er in einem Tagebuch dokumentiert, der wachsenden Liebe des Lesers für dieses Buch. Sehr gut übersetzt und sehr schön ausgestattet, findet Rezensent Lehmkuhl schließlich und zitiert zum Abschluss begeistert eine von Revels Busfahrten herbei.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…