Zweisprachige Ausgabe. Übersetzt von Michael Bischoff. Mit einem Nachwort von Daniel Defert. Zwei Radiovorträge Foucaults über "Den utopischen Körper" und "Die Heterotopien", die im Dezember 1966 in der Sendung "Culture française" ausgestrahlt wurden, sind in einer zweisprachigen Ausgabe versammelt, der eine CD mit den Originalsendungen beigefügt ist. Beide - bisher unveröffentlichten - Texte gehören zu jenen raren Beispielen einer Theorie, die phänomengesättigt und beobachtungsreich neue Deutungsperspektiven eröffnet. Beide Texte folgen einer gemeinsamen Frage, die sich vielleicht auch als Basso continuo durch das gesamte Werk von Foucault zieht: die Frage nach einem anderen Denken, danach, wie es möglich ist, anders zu denken.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.07.2005
Daniel Knellesen freut sich über schöne, interessante Marginalien aus Foucaults Werk: zwei Radiovorträge von 1966. In einem geht es um die Idee einer "Wissenschaft der Heterotopologie", die "Erforschung lokalisierter Utopien" vom Kinderort Dachboden bis zu Bibliothek und Bordell. Foucault hat sich nicht weiter in diese Richtung bewegt, schreibt Knellesen, doch sein Vortrag hat beachtliche Aufmerksamkeit unter Architekten gefunden. Der andere beschäftigt sich mit dem Körper als Ursprung aller Utopie: "Von ihm aus wird gedacht, fantasiert und geträumt." Und als Bonbon kann man sich beide Vorträge auf der beigefügten CD anhören.
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