Aus dem Englischen von Thomas Atzert. Die Theoretiker des Akzelerationismus haben ihre Thesen aus dem "Akzelerationistischen Manifest" begründet und in einen politischen Zusammenhang gestellt. Der Neoliberalismus funktioniert nicht. Durch Austeritätspolitik werden Millionen Menschen in Armut gestürzt und noch weit mehr in prekäre Beschäftigungsverhältnisse gezwungen. Und die Linke setzt weiter auf überholte politische Strategien, als wäre nichts gewesen.
"Radikaler" als Erik Olin Wrights "Reale Utopien", aber doch gemäßigter als ihr 2013 erschienenes Manifest für eine akzelerationistische Politik erscheint Rezensent Caspar Shaller das neue Buch der beiden Autoren Alex Williams und Nick Srnicek. Viel Kritik an der "Sklerose" linker Politik entdeckt der Kritiker aber auch hier: Bewegungen wie Occupy seien bloß "Ventile angestauter Frustration", Events würden der anstrengenden Suche nach Alternativen und dem Aufbau neuer Strukturen vorgezogen, liest der Rezensent. Williams und Srnicek fordern eine Verbindung und Institutionalisierung der kleinen Realutopien im Sinne Wrights, so Shaller, der dem Autorenteam gern in ein "Postkapitalistisches Zeitalter" ohne Ausbeutung und mit einem bedingungslosen Grundeinkommen folgt.
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