Mit 59 Farbfotos. Seit der erste Band des neapolitanischen Romanzyklus, "Meine geniale Freundin", 2016 in Deutschland erschien, sind über eine Million Bände verkauft worden. Ein Ende des 'Ferrante-Fiebers' ist nicht abzusehen.
Nicola Bardola schildert die Entstehung der Tetralogie und ihre Entwicklung zum Weltbestseller. Ausgehend von den frühen Werken der Autorin verfolgt er Themen und Motive, die sich durch das Gesamtwerk ziehen, und interpretiert zentrale Momente. Vor allem Elena Ferrantes erster Roman von 1992, "Lästige Liebe", erweist sich dabei als Schlüssel für das Verständnis aller weiteren Werke.
Man muss ihr Pseudonym gar nicht lüften: Paradoxerweise hat Elena Ferrante in Büchern und Artikeln mehr über sich selbst preisgegeben als die meisten anderen Schriftsteller der Gegenwart. Vor allem in "Frantumaglia - Mein geschriebenes Leben" gab sie Auskunft über ihr Leben und Schreiben und ihren schriftstellerischen Werdegang. Bardola schenkt diesem 2003 erschienenen, 2007 und 2016 erweiterten Buch große Aufmerksamkeit, ebenso ihren seit Frühjahr 2018 im Guardian erscheinenden wöchentlichen Kolumnen, die viel beitragen zu einem klaren Bild der bekanntesten Unbekannten der Weltliteratur.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.07.2019
Der Versuch, Elena Ferrante durch Elena Ferrante zu erklären und die Identität der Autorin durch ihre Romanfiguren ausfindig zu machen, scheint das Anliegen dieses Buches. So ganz zufrieden wirkt Rezensentin Janne Knödler nicht, wenn sie den hier vorgelegten Entwirrungsversuchen folgt. Bardolo macht dabei - neben den Romanen und den schriftlichen Selbsterklärungen der mysteriösen Autorin - auch anderer Leute Such- und Findespiele in Sachen Ferrante zu seinem Thema. Dass der Autor als Literaturkritiker nicht vollständig an die Biografien der Romanfiguren als biografischen Beleg für seine Autorensuche glauben kann, setzt die murrende Rezensentin voraus. Allerdings habe er sich dafür doch reichlich auf solche Spekulationen eingelassen, findet sie. Die eher lustlos zwischen all diesen Projektionen hin- und her lesende Janne Knödler scheint der Bardolo-Tochter zustimmen zu wollen, die auf die Hypothesen ihres Vaters nur geantwortet hat: "Du spinnst" und sich dann, ohne seinen weiteren Erklärungen zuzuhören, wieder ihren eigenen Gedanken zuwandte.
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