Das Thema menschliche Natur hat eine lange Tradition in der Geschichte des philosophischen Denkens. Vor allem in Krisenzeiten und an Epochenschwellen stellte sich immer wieder Frage, was der Mensch eigentlich ist. Es sollte daher auch nicht überraschen, daß diese Frage auch in der Gegenwart wieder eine zunehmende Aufmerksamkeit findet. Nach langen Jahren eines nur zurückhaltenden Interesses findet die philosophische Anthropologie wieder stärkere Aufmerksamkeit. Und doch handelt es dabei nicht nur um die Wiederaufnahme eines alten Themas. Die philosophische Beschäftigung mit der menschlichen Natur hat im Zusammenhang mit den Fortschritten der modernen Bio- und Informationstechnologie eine unmittelbar praktische Relevanz bekommen, die sie in dieser Weise niemals zuvor hatte. Durch diese Fortschritte haben nämlich die Möglichkeiten technischer Eingriffe am Menschen eine Dimension erreicht, die nicht mehr nur einzelne seiner Merkmale manipulierbar macht, sondern seine Natur selbst. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die nicht mehr vollkommen utopische Idee eines genetischen Umbaus der gesamten Menschheit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.04.2005
Bernward Gesang findet den von Kurt Bayertz herausgegebenen Sammelband "Die menschliche Natur" interessant, aber einseitig. Die konservative Haltung zur genetischen Manipulation des Menschen kommt zu kurz, urteilt er. Nur Ludwig Siep darf mahnen, die Grenzen der technischen Machbarkeit nicht bis in den Kernkompetenzbereich der Natur hinein auszudehnen. Aber was ist das überhaupt, Natur? Ihr Wert wird ihr von den Menschen verliehen, meint Bayertz. Schon in der Antike herrschte, Dieter Sturmas Beitrag zufolge, die Ansicht, dass der Mensch "von Natur aus künstlich" sei. Als Bildungs-Wesen dränge der Mensch immer schon fort von dem Natürlichen. Der Rezensent plädiert für moderate Manipulation der Gene: nur bis dahin, wo auch die Erziehung uns zu tragen vermag. Er weist hin auf die Gefahren einer genetisch erzeugten Zwei-Klassen-Gesellschaft. Ob das "Ende der Chancengleichheit" wohl, fragt er, "den sozialen Frieden bedrohen" kann?
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