Diese Vorlesung aus dem Sommersemester 1961 ist die einzig überlieferte Einführung in die philosophische Anthropologie aus der Hand Plessners und bildet damit einen wichtigen Bezugspunkt der Forschung. Sie diente Plessner als Materialbasis für seine bekannte Abhandlung Conditio humana und bietet eine überaus verständliche und beispielreiche Einführung in dessen anthropologische Konzeption. Zu den behandelten Themen zählen die Genese und Funktion der philosophischen Anthropologie, das Problem der Sprache und der Umwelt sowie der Begriff der Person.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.02.2019
Der hier rezensierende Literaturwissenschaftler Till Greite liest Helmuth Plessners Abschiedsvorlesung aus dem Jahr 1961 als "Erfahrungskunde des Allzumenschlichen". Im Ton noch der Neuen Sachlichkeit verpflichtet, versteht der Philosoph und Verhaltensbiologe den Menschen als "Werkzeugmacher", lässt aber auch immer wieder seine Besorgnis, etwa mit Blick auf die Sonderstellung des Menschen nach Darwin oder das Leib-Seele-Verhältnis im Sinne Freuds durchblicken, resümiert der Kritiker. Dass Plessner den Unterschied zwischen Verhaltenslehre und Ethik nicht genug verdeutlicht, versteht der Rezensent vor allem mit Blick auf den verkrüppelten Arm, mit dem Plessner geboren wurde: Wenn der Philosoph hier vor der Anfälligkeit der Anthropologie, der "Anästhesie der Gefühle" und dem Aggressionspotential des Menschen warnt, liest der Rezensent insbesondere die "Warnungen eines Versehrten".
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