Eine Auswahl von Marquards wichtigsten und meist gelesenen Essays in einem Jubiläumsband anlässlich des 75. Geburtstags des Philosophen. Seine Studien zeichnen sich durch stilistische Brillanz aus. Auch komplizierte Sachverhalte werden durch seine geschliffenen, originellen Formulierungen zur ansprechenden Lektüre.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.02.2003
Odo Marquards philosophische Essays "Zukunft braucht Herkunft" haben Rezensent Jürgen Busche sichtlich Freude bereitet. Im Mittelpunkt von Marquards "ausgefeilt vorgetragenen" Überlegungen steht für Busche das Wort "Üblichkeiten". Der Mensch, referiert Busche einen zentralen Gedanken Marquards, solle nicht allezeit auf Neuerungen sinnen, er solle sich gerade bei lebenspraktischen Fragen an dem orientieren, was aus guten Gründen üblich sei. Hans Blumenbergs Devise, "Philosophie ist das, was sich von selbst versteht", kann nach Ansicht Busches als eine Blickrichtung der Arbeit Marquards genommen werden. Anders als Blumenberg wisse der Skeptiker Marquard allerdings, "dass sich - so sind die Menschen nun einmal - nichts von selbst versteht". So sind die Vorträgen und Essays des kleinen Bandes nach Einschätzung Busches auch "Gesprächskonzepte", deren Gliederung Marquard seinen Ausführungen vorausschicke, damit jeder von Anfang an wisse, wovon die Rede sei. Busche hebt hervor, dass sich Marquard in seinen Schriften und Auftritten - ganz unüblich - jeglicher Polemik enthält, weil er vom Streit nichts Weiterführendes erwartet. "Er vertraut auf die Kraft unstörbaren Philosophierens", freut sich Busche, "und auf den Charme, den Philosophie entfalten kann, insofern sie auch Literatur ist, Einladung zum Mitdenken."
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