Verse vom himmlichen Drucksatz
Gedichte und Essays

Elif Verlag, Nettetal 2025
ISBN
9783946989899
Gebunden, 388 Seiten, 30,00
EUR
Klappentext
Herausgegeben von Daniel Jurjew und Olga Martynova. Oleg Jurjew, der sich als junger Mann bedingungslos der Literatur gewidmet hat, erleuchtete sein und das Leben vieler anderer mit dem Licht des Wortes. Bis zu seinen letzten Tagen im Juli 2018 hat er mit unzähligen Gedichten, Essays, Romanen, Theaterstücken eine tiefe Spur hinterlassen, sowohl in der russisch- als auch in der deutschsprachigen Literatur. Olga Martynova und Daniel Jurjew haben lange Jahre an diesem Projekt "Verse vom himmlischen Drucksatz" gearbeitet. Beide haben Dichter*innen, die verschiedenen Generationen und Richtungen angehören und in verschiedenen Städten und Ländern leben, eingeladen, an diesem Projekt mitzuwirken. So liegt nun auch diese repräsentative Auswahl aus dem russischsprachigen lyrischen Werk von Oleg Jurjew dank großem Einsatz von über 80 namhaften Dichter*innen in über 380 Seiten auf Deutsch vor. Die Gedichte wurden übersetzt von:Marica Bodrožić, Nils Brunschede, Alexandru Bulucz, Michael Buselmeier, Paul-Henri Campbell, Caroline Danneil, Daniela Danz, Natascha Denner und anderen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.08.2025
Rezensentin Christiane Pöhlmann ist dankbar, dass nun auch der Lyriker Oleg Jurjew auf Deutsch kennenzulernen ist. Zwar warnt die Kritikerin vor: Für das Verständnis der meisten Gedichte im Band bedarf es der Kenntnis antiker Literatur, jüdischer Kultur, persischer Dichtung oder russischer Realien. Gleichwohl lässt sich hier viel über die Kunst des Übersetzens lernen, versichert Pöhlmann. Namhafte LyrikerInnen haben zwei Jahre nach Jurjews Tod eine Auswahl getroffen und ihre Wahl und Übersetzung im Band kurz begründet. So lernt die Rezensentin hier etwa Lomonossows "Heupferdchen" kennen oder macht tolle - sprachliche - Entdeckungen wie "Götter im Sterbefrühling". Auch klanglich überzeugen die Kritikerin die Gedichte, nur für ein alphabetisches Inhaltsverzeichnis wäre Pöhlmann dankbar gewesen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.05.2025
Oleg Jurjew war einer dieser wenigen, unvergleichlichen, ganz besonderen Dichter, erklärt Rezensent Paul Jandl - ein Meister der Fiktion, ein Virtuose, ein Zauberkünstler, dessen Sprache "zu allen Wundern bereit" ist, wie Jandl es ausdrückt. Seine Worte erschließen Welten, in oder aus denen sich die Realität immer ein wenig anders darstellt, mit einer ganz eigenen, unmittelbar einleuchtenden Logik und Präzision, lesen wir. Selbst wenn da ein scheinbar autobiografisches Ich durch scheinbar reale Landschaften und Städte führt - St. Petersburg, die Pfalz oder Frankfurt - so entblößt sich dieses Ich schließlich selbst als Fiktion und seine Welt als Wortgeschöpf. Dass wir diese wundervolle Lyrik nun auch auf Deutsch erleben und empfehlen können, ist ein großes Glück, so der berührte Rezensent.