Konfliktzone Ostsee
Die Zukunft Europas

Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2025
ISBN
9783608966503
Gebunden, 528 Seiten, 28,00
EUR
Klappentext
Die Zeit der europäischen Ostseestaaten ist angebrochen: Finnland, Schweden, Dänemark, Deutschland, Polen, Estland, Lettland, Litauen. Als neuer Gegenpol Russlands bestimmen sie über die Zukunft Europas. Oliver Moody entwirft fesselnd das Panorama einer politisch zu lange unterschätzten Region. Mehr denn je braucht der Westen nun ihre Perspektiven.Mit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat sich die geopolitische Lage bedrohlich verändert: Putin ist im Konflikt mit dem gesamten Westen und greift bereits nach der Ostsee. Die USA unter Donald Trump verschärft die Lage bedrohlich. Es kommt nun auf die acht europäischen Anrainerstaaten an, die Probleme des Kontinents zu bewältigen und wichtige Bündnisse untereinander einzugehen.
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Info)
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.09.2025
Ein Buch, das den Lesern viel verrät über die aktuelle Weltlage und kommende Konflikte liest Rezensent Thomas Speckmann hier: Oliver Moody blickt auf den Ostseeraum, der eine entscheidende Rolle spielen wird in künftigen Konflikten des NATO-Westens mit Russland, vor allem, aber nicht nur, mit Blick auf die Balkanländer. Tatsächlich testet Russland ja jetzt schon aus, wie weit die Aggression gehen kann, etwa vermittels "versehentlich entsandter" Drohnen über Polen. Es geht darum, vorbereitet zu sein auf das Handeln Russlands, das man gleichzeitig nie ganz vorhersehen kann, wobei es momentan so ist, dass wir über die potentielle Stärke der NATO noch weniger wissen als über die Russlands, so Speckmann mit Moody. Jedenfalls wäre ein ukrainischer Sieg im aktuellen Krieg die beste Abschreckung, wie überhaupt die NATO sich dazu aufgefordert fühlen sollte, möglichst wehrhaft zu erscheinen. Es geht also um Abschreckung, resümiert der Rezensent, und letztlich um europäische Eigenverantwortung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.09.2025
Licht und Schatten finden sich laut Rezensent Jüri Reinvere in Oliver Moodys Buch, wobei die Besprechung deutlich ausführlicher auf die Schattenseiten eingeht. Moody beschäftigt sich, lesen wir bei Reinvere, mit dem Ostseeraum als einem zentralen geopolitischen Schauplatz, ein Unterfangen, das sich verschiedenen Schwierigkeiten zu stellen hat, unter anderem, weil es sich von einer Tradition absetzt, für die das Mittelmeer stets der zentrale Bezugspunkt war, wenn es um Europa geht. Vor allem aber muss man sich gut in den verschiedenen Ostseeanrainerstaaten auskennen, wenn man so ein Buch schreibt, und genau hier liegt der Hase im Pfeffer, ärgert sich der Kritiker. Denn Moody erkennt zwar durchaus, dass viele dieser Länder strategisch ein Image kultivieren, das ihnen Vorteile bringen soll, er fällt aber selbst immer wieder auf dieses Branding herein, meint der Rezensent. Er führt das am Beispiel Estlands an: Hier beschreibe Moody beispielsweise die vormalige Ministerpräsidentin Kaja Kallas viel zu unkritisch, auch die Digitalisierungsbemühungen des Landes werden in unangemessener Weise über den grünen Klee gelobt. Besser gefällt dem Rezensent das Lettland-Kapitel, im Weiteren moniert er allerdings noch einige Lehrstellen, darunter die Rolle der Religion, die zum Beispiel mit Blick auf Russland zu wenig berücksichtigt werde. Der gute Wille ist da, gesteht Reinvere abschließend zu, aber insgesamt verlasse sich der Autor zu sehr auf offizielle Verlautbarungen und sei schlicht nicht nah genug dran an der Materie.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 02.07.2025
"Ein Bild von großer Tiefenschärfe" entwickelt Oliver Moody mit diesem Blick auf den Ostseeraum, lobt Rezensent Tom Schimmeck. Im Zentrum des Buchs stehe die Bedrohung durch Russland. Hier macht Moody kein Hehl aus seiner Bewunderung den Verteidigungswillen Polens, der baltischen Länder und Finnlands. Die Deutschen hält er eher für "tendenziell verweichlicht", Angsthasen eben, so Schimmeck. Ob er die Bedrohung durch Russland für nachvollziehbar hält, sagt er nicht, er wirft Moody allerdings vor, jede diplomatische Überlegung "als Feigheit vor dem Feind zu denunzieren".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.06.2025
Interessiert bespricht Rezensentin Renate Nimtz-Köster Oliver Moodys Buch über die Ostseeregion. Der Journalist Moody, erfahren wir, bereiste alle acht Anrainerstaaten der Ostsee und führte dort jede Menge Gespräche, mit Politikern und anderen. Im Zentrum stehen Reaktionen in den acht Ländern auf die aktuellen Herausforderungen im Zuge der russischen Aggression, insbesondere die baltischen Länder Estland, Lettland und Litauen spielen dabei eine Schlüsselrolle, da die Menschen dort den russischen Imperialismus aus eigener Erfahrung, beziehungsweise aus ihrer Familiengeschichte kennen, so die Kritikerin. Die Balten seien Vorreiter für ein neues, selbstbewusstes Europa, tatsächlich hätten die Länder teils erstaunliche Fortschritte gemacht, problematisch bliebe freilich der Umgang mit russischen Minderheiten zum Beispiel in Lettland. Auch Finnland, Dänemark, Polen und Deutschland widmet sich Moody in diesem Buch, das der Rezensentin wichtige Erkenntnisse über unsere Gegenwart beschert zu haben scheint.