Wie viel Religion verträgt der säkulare Staat? Und wie viel an einer Demokratie verträgt die Religion? Diese Fragen untersucht der international renommierte Ethiker und Philosoph Otfried Höffe in diesem herausragenden Essay. Die Begegnungen von Politik und Religion bringen oft Konflikte mit sich, das Thema ist höchst aktuell. Wie damit umgehen? Das erörtert Höffe und blickt dabei auch zurück zu der säkularen Antike auf den Weg in die Moderne. Interessant, dass schon Aristoteles in seiner Moral- und Politiktheorie vollständig auf Religion und Theologie verzichtete. Begründungsmuster für eine verbindliche Rechtsmoral, die ohne Religion auskommt, haben also eine lange Tradition. Höffe umkreist in seinem Essay u. a. den "Wert" der Religion, widmet sich dem Thema Verzicht und geht auf mögliche Gefahren ein, die seitens der Religion und Religionsgemeinschaften gegenüber der Demokratie drohen können.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.02.2023
Rezensent Niklas Zimmermann wird nicht wirklich froh mit Otfried Höffes Essay zur Frage, wie sich Religion und Demokratie vertragen. Zieht er die persönlichen politischen Bewertungen des Philosophen ab, bleibt für ihn ein Nachschlagewerk, das Gott überall und nirgends lokalisiert. Zu kurz kommt laut Zimmermann etwa die karitative Arbeit der Glaubensgemeinschaften. Aufschlussreich findet er den ersten Teil des Buches, in dem der Autor die geistesgeschichtliche Entwicklung des Nachdenkens über Religion und Säkularität darlegt. Dem zweiten Teil, in dem sich Höffe "zeitgenössischen Fragen" zuwendet, mangelt es laut Zimmermann allerdings an Struktur und daher an Leserfreundlichkeit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.01.2023
Der emeritierte Philosophieprofessor Otfried Höffe widmet sich in seinem Buch einer Frage, die Rezensent Wolfgang Hellmich gebannt verfolgt: Wie stehen Demokratie und Religion zueinander? Das Verhältnis werde in einem theoretischen und einem praktischen Teil erörtert, die Hellmich beide als sehr gelungen bewertet, einzig einen stärkeren Fokus auch auf Probleme, die Religion für eine Demokratie bedeuten kann, hätte er sich gewünscht. Ansonsten könne Höffe abwägend vermitteln, dass beide Disziplinen am besten koexistieren können, wenn sie sich nicht in die Belange der anderen einmischten, fasst der Kritiker sein Lektüre-Ergebnis zusammen.
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