Paul Celan

Die Gedichte

Neue kommentierte Gesamtausgabe
Cover: Die Gedichte
Suhrkamp Verlag, Berlin 2018
ISBN 9783518427972
Gebunden, 1262 Seiten, 78,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben und kommentiert von Barbara Wiedemann. Mit 25 Radierungen von Gisele Celan-Lestrange. Lesen war für Paul Celan immer auch Erlebnis: Seine vielfältigen Lektüren von Büchern, Zeitschriften und Tagespresse waren ihm ebenso Ausgangspunkt für Gedichte wie persönliche Begegnungen und politische Ereignisse. Als 2003 erstmals eine kommentierte Gesamtausgabe von Celans Gedichten erschien, stand die Erschließung solcher Quellen noch am Anfang. Ausgaben der bedeutendsten Briefwechsel liegen inzwischen vor, die kritischen Werkausgaben sind vollendet, und die Erforschung von Celans Nachlassbibliothek mit seinen Lesespuren, Anstreichungen und Notaten, ist weit vorangeschritten. Auf dieser Grundlage konnten gegenüber der Ausgabe von 2003 nicht nur knapp 60 Gedichte, darunter Erstdrucke, ergänzt und alle Texte einer sorgfältigen Prüfung unterzogen werden. Der Kommentar ist ebenfalls neu gestaltet und erheblich erweitert, gerade auch durch intensive Recherchen der Herausgeberin im Bereich von Celans Presselektüren. Besonderes Augenmerk gilt dem - im Sinne seiner Poetologie - 'eingeschriebenen Datum' eines jeden Gedichts.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.08.2018

Dietmar Dath kommt ins Grübeln über den Kitsch beim Lesen der Gedichte Paul Celans. Für ihn ist der Kitsch, zu dem Celan neigt, ein neuer, nicht traditioneller Kitsch, keine Stimmung oder Gesinnung, sondern Qual, die immer dann einsetzt, wenn der Dichter den angestrebten hohen Ton nicht trifft, so Dath, wenn er Angst hat, den Horror nicht beschreiben zu können. Dass der Autor nie gefallen will, nicht kokett genug ist für Komik und Kitsch, fällt Dath auch auf. Der Herausgeberin Barbara Wiedemann dankt der Rezensent für eine durch "tiefe Kenntnis" der Verbindungen zwischen Biografie und Werk bestechende neue kommentierte Gesamtausgabe.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.07.2018

Helmut Böttiger schätzt den praktischen Nutzen der von Barbara Wiedemann herausgegebenen und kommentierten Ausgabe der Gedichte Paul Celans. Dass der Band durch akribisch recherchierte Verweise auf Celans Lebensumstände oder Zeitungslektüren neue Detailaufschlüsse vermittelt, findet Böttiger fein, auch wenn er manche Quelle gern genauer kennenlernen würde und Wiedemann mitunter auf Belangloses verweist, eine gewisse Überidentifikation mit ihrem Gegenstand oder auch akademisches Freund-Feind-Denken erkennen lässt, wie er vermerkt. Wenn sich Wiedemann auf die konkrete Textgenese konzentriert, auf Worterklärungen und Fakten wie die Notizen Celans, findet er den Kommentar sehr hilfreich.

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