Hybride Zugehörigkeiten stellen natio-kulturelle Identität da in Frage, wo sie als reines und exklusives Phänomen propagiert, geglaubt und sozial praktiziert wird. Hybridität widerspricht Reinheitsgeboten und kann unter der Perspektive Un-Reinheit im Hinblick auf ihr zuweilen widerwilliges, zuweilen widerspenstiges Sprechen untersucht werden. Dies tut der vorliegende Essay.
Für ebenso überzeugend wie Paul Mecherils Untersuchung "Prekäre Verhältnisse" hält Rezensent Mark Terkessidis auch dessen Essay "Politik der Unreinheit". Auch diese Arbeit findet Terkessidis "nicht leicht zu lesen", aber "weniger akademisch". Mecheril wendet sich auch hier gegen die konservative Auffassung, "Deutsch-Sein" sei keine staatsbürgerliche, sondern eine ethnische Kategorie, und erklärt, wo der herrschende Zwang zu Eindeutigkeit historisch herkommt und warum ein ganz und gar unromantischer Kampf für "Unreinheit" heute notwendig ist, berichtet Terkessidis. Akzeptiere man die Realität der Einwanderungsgesellschaft, lasse sich eine vernünftige "Politik der Unreinheit" daraus entwickeln, hält Terkessidis fest.
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