Herausgegeben von Marlon Grohn. Der Dramatiker Peter Hacks befasste sich in seinem Schaffen so eingehend mit Goethe wie mit keinem anderen Autor. Wer sonst als der Weimarer Klassiker hätte der fordernde, maßstabsetzende Bezug für die Theorie und Praxis eines Dramatikers sein sollen, der sich als Vertreter der "sozialistischen Klassik" definierte? Wie es auch dem gesamten Literaturbetrieb gut zu Gesicht gestanden hätte, dem Klassiker Goethe seine Position einzuräumen. Hacks tat es, nannte es die "Verteidigung Goethes" und verteilte reichlich polemische Seitenhiebe gegen Autoren, Wissenschaftler, Kritiker und Goethebiografen, der Kern aber: am einmal Errungenen wachsen. Dieser Band versammelt die wichtigsten Essays von Hacks zu Goethe und der Klassik. Und wen überrascht es? Die "Verteidigung Goethes" ist von brisanter Aktualität.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.05.2024
Rezensent Malte Osterloh wird mit Peter Hacks Essays über die Klassik nicht ganz warm. Im Band finden sich Essays über Goethe, den Hacks vor seinen modernen Zeitgenossen verteidigen will, so Osterloh, wobei ihm nicht ganz klar wird, welchen Vorwurf Hacke eigentlich gegen diese erhebt. Es tun sich auch Gegensätze zwischen Hacks "dialektischer Fortschrittstrunkenheit" und Goethes Weltbild auf, merkt der Kritiker an. Zwar kommt "Originelles und viel Kluges" vor, doch ist Osterloh etwas genervt von Hacks Überheblichkeit, die immer wieder durchscheint. Der Band, findet Osterloh, hätte außerdem noch ein Register und Publikations- und Entstehungsdaten der einzelnen Essays vertragen.
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