Caroline von Goertz, Johann Eustach Graf von Goertz

Liebesbriefe und Geheimdepeschen

Aus der Korrespondenz des Grafen Johann Eustach von Goertz mit seiner Gemahlin und Friedrich II. von Preußen 1771 - 1782
Cover: Liebesbriefe und Geheimdepeschen
Osburg Verlag, Berlin 2012
ISBN 9783940731784
Gebunden, 480 Seiten, 26,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben und kommentiert von Leithold, Norbert. Dechiffrierungen von Eva Ziebura und Norbert Leithold. Mit 4 Abbildungen. 200 Jahre lagerten die Briefe des Grafen Goertz in einem privaten Archiv nun werden sie erstmals in einer Auswahl veröffentlicht. Johann Eustach von Goertz (1737-1821) war einer der wichtigsten Geheimdiplomaten des Preußenkönigs Friedrich II. Die Briefe des Grafen bilden eine bislang unerforschte Quelle zum ausgehenden 18. Jahrhundert. Allein 4000 Briefe wechselte Goertz mit seiner Frau, zu der er trotz vieler Reisen eine innige Beziehung hatte. Die in französischer Sprache verfassten Dokumente waren streng vertraulich und nicht zur Veröffentlichung bestimmt.
Graf Goertz begann als Erzieher des späteren Goethe-Herzogs Carl August von Sachsen-Weimar, den er auf dessen Kavaliersreise nach Paris begleitete. Friedrich II . diente er später als Geheimdiplomat. In der Korrespondenz des Grafen geht es aber nicht nur um die große "kalte" Politik. Goertz Frau Caroline langweilte sich am kleinen Weimarer Hof mit seinem Klatsch und seinen Intrigen. Ihre Briefe sind offen und kritisch, Goethe und seine Künstlerentourage sind genauso Gegenstand ihrer täglichen Berichte an ihren "lieben Freund" wie die Krankheiten der Kinder. Goertz revanchierte sich bei seiner "besten Frau" mit Schilderungen der Residenzstädte, in die er kam, und übermittelte lebhafte Porträts seiner Zeitgenossen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.07.2012

Zumindest hat sich Rezensent Gustav Seibt mit diesen nun von Norbert Leithold herausgegebenen "Liebesbriefen und Geheimdepeschen" zwischen dem Grafen Johann Eustach von Goertz und seiner Gemahlin Caroline amüsiert. Nicht nur, weil er dem Privathistoriker schriftstellerisches Talent attestiert, sondern auch, weil der Kritiker in den bisweilen "empfindsamen" Briefen des Ehepaar Goertz' allerhand "Spott und Tratsch" über den Weimarer Hof erfährt. Goethe, dem sie feindlich gegenüberstanden, hätten sie etwa nur als "das Postskriptum" bezeichnet; auch über die Treffen des Großherzogs Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach mit Literaten wie Diderot und D'Alembert hat der Rezensent hier viel Interessantes gelesen. Allerdings hätte er sich gewünscht, dass der "wurschtige" Verlag dem "enthusiastischen Dilettanten" einen Gegenleser an die Seite gesetzt hätte: manch unsinnige Behauptung und unbegründete Spekulation wäre dem Leser so erspart worden, glaubt der Kritiker, der die paraphrasierten Briefe von Goertz auch gerne im Wortlaut gelesen hätte.

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