Der Autor leistet eine Differenzierung nach Rhetorik und Funktion von Diskursdokumenten und zeichnet akribisch ihre wechselseitige Beziehung zur kunsthistorischen Deutung und Narration nach. Ein Dilemma, das die Moderne entscheidend prägte, bildet den Ausgangspunkt. Aus der Verteidigung des Visuellen gegen das erklärende Wort entstand ein Diskurs der Apologie. Seine Funktionen und Formen isoliert und überprüft die Arbeit anhand dreier Paradigmen: die Individualität des Künstlers, die Macht des Bildes und die Konstruktion von Geschichte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.10.2003
Mit seiner Untersuchung "Von der Apologie zur Theoriebildung" gelingt es Peter J. Schneemann nach Ansicht von Rezensent Werner Hofmann, die Entstehung eines der "wichtigsten Kapitel des neuesten Kunstgeschehens", des Abstrakten Expressionismus, "in all ihrer verwirrenden Widersprüchlichkeit" darzustellen. Beeindruckt zeigt sich Hofmann vor allem von Schneemanns "phänomenaler Quellenkenntnis", seiner Umsicht und Gründlichkeit. Schneemann arbeite die enge Verschränkung von künstlerischer und kunstkritischer Selbstwahrnehmung, die bei der Entstehung des Abstrakten Expressionismus eine große Rolle spielte, sowie das ambivalente Verhältnis der Künstler zur Theorie heraus. Zum großen Bedauern des Rezensenten geht Schneemann jedoch zu wenig auf europäische Traditionen ein, die für den Abstrakten Expressionismus wichtig waren. Unerwähnt bleibe etwa Marcel Duchamps mittels seiner Ready-mades provozierte "subversive Öffnung" des Kunstbegriffs. "Erst wenn man die transatlantischen Impulse in diesen Kontext stellt", findet Hoffmann, "wird deutlich, wo und wann sie das europäische Experimentierfeld verließen."
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