Herausgegeben von Martin Mosebach und Brigitte Schermuly. Peter Schermulys wandelbares und originelles Œuvre führte ihn aus der von visuellen Regeln geprägten Abstraktion in die Faszination der gegenständlich inspirierten Farbe. Die Intensität seines Sehens galt der Erkundung dessen, was die erscheinende Welt einem begnadeten Koloristen für ein Bild zu bieten hat. Nicht der Wiedergabe folgt sein Interesse, sondern dem Verständnis des Sichtbaren zur Entfaltung bildgerechter Farbphänomene. Das tiefe Wissen um die Geschichte der Malkunst war für Schermuly ein Garant seiner Originalität. Das aufwendig erarbeitete und hochwertig ausgestattete Buch zeigt einen Künstler von seltener Distinktion zu den Ismen der zweiten Hälte des 20. Jahrhunderts.
Mehr als eine Kritik schreibt Hans-Joachim Müller über diesen Catalogue raisonné, für den die Witwe des Malers und der berühmte Schriftsteller Martin Mosebach akribisch recherchiert hätten. Er würdigt gleich den ganzen Maler, durchaus nicht ohne Faszination, und hat dafür die Witwe im "januardunklen" Atelier an der Münchner Leopoldstraße besucht und mit Mosebach gesprochen. Eindringlich schildert Müller das aus der Zeit Gefallene der Schermulyschen Kunst, der um äußeren Erfolg unbekümmert allein seiner Kunst lebte. Mit Nachkriegsabstraktion habe es begonnen, die aber schon anders gewesen sei als die seiner Zeitgenossen, räumlicher und etwas von "schwertönigen Gespenstersonaten" hatte. Und daraus habe sich dann wie von allein wieder eine Gegenständlichkeit entfaltet. Akademisch höchst versiert, von zarter, leicht steriler Melancholie, unbekümmert vom Gegenstand und darum dann doch irgendwie wieder abstrakt und allein dem Malerischen verschrieben. Für Mosebach, den er mehrfach porträtiert, ist Schermuly laut Müller ein ganz Großer.
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…