Mit 1340 farbigen und 537 Schwarzweiß-Abbilungen. Max Pechstein war in den ersten Jahrzehnten des Zwanzigsten Jahrhunderts einer der prominentesten Vertreter der expressionistischen Avantgarde in Deutschland und wurde von vielen Kunstkritikern in den Jahren vor 1914 als der "Führer" der Künstlergemeinschaft "Die Brücke" bezeichnet. Tatsächlich nahm er innerhalb der "Brücke" eine Sonderstellung ein: 1906 stieß er als erfolgreicher Absolvent der Akademie zu der Gruppe, reiste 1907 nach Italien sowie für mehrere Monate nach Paris, und zog anschließend direkt nach Berlin, wo er 1910 einer der Mitbegründer der Neuen Sezession wurde. Pechstein erlebte den Ausbruch des Ersten Weltkrieges in der Südsee, gehörte in den Zwanzigerjahren zum Kunst-Establishment der Weimarer Republik und erlebte 1937 die Beschlagnahme seiner Werke aus öffentlichen Sammlungen durch die Nationalsozialisten. Rund ein Viertel seiner Werke vermutlich liegt die tatsächliche Zahl weitaus höher - gilt als verschollen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.10.2011
Renate Meinhof feiert die zweibändige Werkausgabe mit Max Pechsteins Gemälden von Aya Soika als Ereignis, das nicht nur für Kunsthistoriker, sondern auch für den Kunstinteressierten ein großer Gewinn ist, wie sie findet. Soika gilt als die Expertin für Pechstein-Werke und wurde nicht zuletzt im jüngsten Prozess um zwei Pechsteinfälschungen von Wolfgang Beltracchi hinzugezogen, weiß die Rezensentin zu berichten. Ihr vor allem historisch begründeter Ansatz macht es möglich, dass sie im Werkverzeichnis intensiv auf die Biografie des Malers eingeht, seine zahlreichen Ausstellungen dokumentiert und die Orte seines Lebens und Schaffens beschreibt, stellt Meinhof erfreut fest. Dass die Autorin zudem die wichtigsten Sammler Pechsteins vorstellt und den verschlungenen Wegen ihrer Sammlungen nachgeht, macht die Bände auch für die immer wichtiger werdende Provenienzforschung zu einem nützlichen Nachschlagewerk, lobt die Rezensentin.
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