Peter Scholl-Latour

Russland im Zangengriff

Putins Imperium zwischen Nato, China und Islam
Cover: Russland im Zangengriff
Propyläen Verlag, Berlin 2006
ISBN 9783549072653
Gebunden, 425 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Alle reden von der Rivalität zwischen den USA und der aufstrebenden Weltmacht China. Das Schicksal der einstigen Supermacht Russland hingegen, das Deutschland und Europa unmittelbar angeht, wird sträflich vernachlässigt. Dabei ist Putins Imperium mit seinen immensen Bodenschätzen ein unverzichtbarer Partner des Westens. Peter Scholl-Latour hat die unruhigen Grenzregionen Russlands bereist: im Westen Weißrussland und die Ukraine, die die Ausdehnung von Nato und EU nach Osten und den damit einhergehenden Reformdruck zu spüren bekommen, im Süden die zentralasiatischen Gus-Staaten, in denen der Islamismus brodelt und die USA militärisch Fuß zu fassen suchen, in Fernost das chinesisch-russische Grenzgebiet, wo die dünn besiedelten sibirischen Weiten dem Bevölkerungsdruck und Wirtschaftsboom Chinas ausgesetzt sind. Dieser Zangengriff, dem sich Putins Russland an seiner West-, Süd- und Ostflanke gegenübersieht, wird unvermeidlich nationalistische Reaktionen hervorrufen. Zwischen Smolensk und Wladiwostok steuert alles auf eine weltpolitische Krise zu.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.12.2006

Als eine "Zumutung" empfindet Werner Adam den Reisebericht von Peter Scholl-Latour. Zwar bescheinigt er dem 82-Jährigen einen großen Erfahrungsschatz, doch maße er sich in seinen Schlussfolgerungen eine Unfehlbarkeit an, die ihm nicht zusteht. Im übrigen leiste sich der Autor zahlreiche Entgleisungen. Beispiel: Es sei unverantwortlich, so Scholl-Latour, dass man "dem derzeitigen Kreml-Herrn zumute, sich parlamentarischen und marktwirtschaftlichen Postulaten zu unterwerfen, für die sein Land nun einmal nicht geschaffen ist". Außerdem verunglimpfe Scholl-Latour die orangene Revolution in der Ukraine, wenn er den USA und dem Westen unterstellt, diese orchestriert zu haben. Im Übrigen rügt der Rezensent, hat Scholl-Latour sich auf "altbekannte Desinformanten aus Sowjetzeiten" wie Valentin Falin und Nikolai Portugalow oder Zufallsbekanntschaften wie einem Chauffeur aus der Ostukraine berufen.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Beliebte Bücher

Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…