Bruno Schönfelder

Der Fluch des Imperiums

Cover: Der Fluch des Imperiums
Edition Europolis, Berlin 2022
ISBN 9783982025636
Gebunden, 152 Seiten, 15,90 EUR

Klappentext

Die Invasion der Ukraine durch Russland hat die letzten Zweifel darüber ausgeräumt, dass sich die politischen Eliten der Russischen Föderation als eine Großmacht mit Weltgeltung ansehen. Schlagartig verlagerte sich die Diskussion von den Möglichkeiten wirtschaftlicher Zusammenarbeit, insbesondere bei Rohstoffen, auf die militärpolitische Problematik. Wie sehr muss man Russland als Militärmacht fürchten? Pensionierte Generäle und selbsternannte Militärexperten geben hierzu inflatorisch ihre Einsichten kund. Der Ansatz von Bruno Schönfelder ist dagegen primär ökonomisch. Der Ordinarius für Allgemeine Volkswirtschaftslehre von der Technischen Universität Freiberg sieht in der geografischen Größe Russlands und den hieraus folgenden Kosten der Industrialisierung von Großräumen mit hohen Kälte- und Entfernungskosten die Schwachstelle - ja den Fluch - des Putin'schen Imperiums. Er erklärt, wie seit jeher die kommunistische Nomenklatura in Unkenntnis jeglicher Kostenrechnung und unter Zugrundelegung des Primats der Politik Sibirien industriell erschlossen hat, ohne dass dort jemals die Chance bestanden hat, wirtschaftlich lebensfähige industrielle Cluster entstehen zu lassen. Der Hayek-Anhänger Schönfelder stellt die ökonomische Bodenlosigkeit der Industrialisierungskonzepte Russlands historisch dar und formuliert hieraus folgend Einsichten und Bedingungen für die Integration Russlands in die Weltwirtschaft und seine Kohabitation mit dem Westen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.01.2023

Rezensent Erich Weede ist fasziniert von der Analyse des Wirtschaftswissenschaftlers Bruno Schönfelder. Dass in dessen gut lesbarem Buch auch russische Quellen nicht fehlen, unterstreicht für Weede, wie kenntnisreich Schönfelder beschreibt, warum Russland sich mit Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Wohlstand so schwertut. Die Antwort leuchtet dem Rezensenten sofort ein: Weil die schlechte Infrastruktur und die geografische Lage des größten Landes der Welt es den Menschen nicht ermöglicht, ordentlich zu verdienen und zu leben. Wie die Geschichte von der Zarenzeit bis heute und inwiefern staatskritische ökonomische Denkschulen der Gegenwart sich darin spiegeln, macht das Buch für Weede sehr lesenswert - zumal Schönfelder die Zukunft der Ukraine weit weniger pessimistisch beurteilt als die von Russland.
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