Peter Weiss

Füreinander sind wir Chiffren

Das Pariser Manuskript von Peter Weiss
Cover: Füreinander sind wir Chiffren
Rotbuch Verlag, Berlin 2008
ISBN 9783867890311
Gebunden, 192 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben, kommentiert und aus dem Schwedischen von Axel Schmolke. Den anarchischen Gewalten von Trieb und Geld ausgesetzt, bewegen sich die Figuren um den Montmartre, wo Außen und Innen, reale und zeichenhafte Örtlichkeiten, der literarische Mythos Paris und Reminiszenzen an andere Städte ineinanderfließen. Das "Pariser Manuskript" und die dazugehörigen Traumprotokolle geben in symbolisch verdichteter Form die krisengestimmte Lage des Autors um 1950 wieder. Es ist die grotesk-surreale Geschichte einer inneren Hadeswanderung durch albtraumartige Szenerien. Ein literarisches Bukett aus Psychoanalyse, Existenzialismus und Surrealismus - ursprünglich auf Schwedisch verfasst, nun zum ersten Mal gedruckt und in deutscher Übersetzung.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.12.2008

Mit gemischten Gefühlen, aber hochinteressiert hat Hans-Heribert Räkel in diesem Band geblättert, lässt sich doch das seiner Ansicht nach Prekäre, das das gesamte literarische Schaffen von Peter Weiss durchzieht, nämlich das "intrikate Verhältnis von Fiktion und Autobiografie", darin ablesen. Der vorliegende Band enthält nach Auskunft des Rezensenten das so genannte "Pariser Manuskript" - eine Künstlererzählung, in der sich verschiedene Inkarnationen des Autors selbst verbergen, wie der Übersetzer "behutsam" klar macht - und Traumprotokolle aus dem Jahr 1950, beides auf Schwedisch verfasst. Dazu kommt der auf Deutsch verfasste Text "Dies ist also Paris...". Es lassen sich hier nicht nur die Anfänge von Weiss' sprachlicher Meisterschaft entdecken, sondern eben bereits in diesen frühen Texten sein Unvermögen, sich selbst von seinen fiktiven Charakteren zu trennen, was durchaus zu mitunter peinlichen Leseerfahrungen führen kann, wie der Rezensent bekennt. Gerade deshalb aber stelle der Band ein durchaus bewegendes "Dokument der Selbstfindung" dar, und sei schon allein deshalb lohnenswerte Lektüre, betont der Rezensent.

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