Aus dem Tschechischen von Lena Dorn. Lange hat Petr Borkovec einzig Gedichte geschrieben und damit einen Stern am tschechischen Literaturhimmel entzündet, ehe es ihm plötzlich möglich war, Prosa zu verfassen: "zu schreiben, was ich wollte, wovon ich aber noch nicht wusste, wie". Die Kurzgeschichten im vorliegenden Band weisen ihn als Meister der genauen Beobachtung aus. Mit subtilem Humor erzählen sie von scheinbaren Kleinigkeiten und führen oftmals zu Erinnerungen. Etwa an die Kindheit in Mittelböhmen, auf dem Hof der Großmutter. Seine kläglich gescheiterte Karriere als Konzertakkordeonist. Szenen aus dem Schriftstellerleben, u.a. als Writer in Residence. Der Autor sammelt Erfahrungen bei der Tiernotrettung, er besucht entomologische Börsen, streift durch Flusslandschaften, und immer wieder zieht es ihn nach Italien.
Äußerst begeistert bespricht Rezensent Martin Becker diesen "überwunderschönen" Prosaband von Petr Borkovec, der sich bisher als Lyriker einen Namen gemacht hat. Gerade einen poetischen Ton, der alle Erzählungen und Evokationen verbindet, erkennt Becker begeistert auch in der Prosa des tschechischen Schriftstellers. Melancholisch erzählt Borkovec von seinem Aufwachsen im ländlichen Böhmen, und diese träumerische Beschwörung bizarrer Erlebnisse, die flüchtig der Erinnerung entspringen, mischt sich mit Berkovecs pointiertem Blick auf Natur und Alltag. Berkovec will nur schauen und schauen, zitiert ihn der Rezensent, der sich geschmeidig durch die böhmische Natur- und Stadtwelt führen lässt. Ebenso gut gefällt Becker Borkovecs Hang zur Selbstreflexion. Immer wieder tauchen kurze Passagen auf, in denen der Tscheche über das Schreiben heute und seine Stellung als Dichter nachdenkt.
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