Günter Frankenberg (Hg.), Wilhelm Heitmeyer (Hg.)

Autoritäre Treiber eines Systemwechsels

Zur Destabilisierung von Institutionen durch die AfD
Cover: Autoritäre Treiber eines Systemwechsels
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2025
ISBN 9783593520803
Kartoniert, 401 Seiten, 39,00 EUR

Klappentext

Die Stabilität einer pluralistischen Gesellschaft und liberalen Demokratie wird insbesondere durch gesellschaftliche und staatliche Institutionen gewährleistet. Die autoritär-nationalradikale AfD versucht, diese Institutionen zu destabilisieren und zu delegitimieren, um einen autoritären Systemwechsel "von innen" durchzusetzen. Die Autorinnen und Autoren untersuchen die Strategien und Taktiken der AfD, in unterschiedliche Institutionen der Bundesrepublik Deutschland einzudringen, um die Handlungspraxis zu verändern und dort ihre autoritären Positionen zu "normalisieren". Die Beiträge analysieren das Vorgehen der Partei in Gewerkschaften und Verbänden, Medien und Kulturinstitutionen, Schulen und Einrichtungen der politischen Bildung, Parlamenten und Justiz, Polizei und Sicherheitsbehörden. Sie gehen der Frage nach, welche Institutionen besonders anfällig für - oder aber resilient gegen - Versuche der Destabilisierung durch die autoritär-nationalradikale AfD sind.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.09.2025

Eine angenehme Lektüre ist dieses Buch laut Rezensent Peter Laudenbach nicht, aber eine wichtige. Die von insgesamt 13 Wissenschaftlern verfasste und von Günter Frankenberg, einem Staatsrechtler sowie Wilhelm Heitmeyer, einem Soziologen, herausgegebene Studie beschäftigt sich mit dem Druck, den die AfD bereits jetzt schon auf demokratische Institutionen ausübt. Ziel ist ein Umbau des Staates von innen, arbeiten die Autoren dabei laut Laudenbach heraus, sobald die AfD in Bund oder Ländern Regierungsverantwortung trägt, könnte es ernst werden. Thematisiert werden unter anderem die Attacken von Parteivertretern gegen die Kunstszene, andere Kapitel widmen sich etwa den Gefahren, die durch eine rechtsextreme Übernahme der Polizei drohen, oder den Versuchen der Einflussnahme auf Justiz und Gewerkschaften. Der "Marsch durch die Institutionen", den die AfD laut dieser Veröffentlichung anstrebt, wird nur aufzuhalten sein, wenn verschiedene Gesellschaftsbereiche im Blick behalten werden, glaubt Laudenbach nach der Lektüre dieses zu diesem Zweck hilfreichen Buches.

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