Aus dem Italienischen von Christine Gräbe und Annette Kopetzki. Mit Fotos von Paul Almasy und einem Nachwort von Peter Kammerer. Während Pasolini 1959 gerade seinen zweiten Roman, "Una vita violenta", veröffentlicht, arbeitet er auch für verschiedene Zeitschriften. Für die Illustrierte "Successo" unternimmt er in einem Fiat 500 eine Reise entlang der italienischen Küste, von Ventimiglia bis Triest. Das Tagebuch dieser Reise, "La lunga strada di sabbia" (Die lange Straße aus Sand), ist das eigenwillige Dokument einer Zeit zwischen dem Ende der Traditionen und dem Beginn des "Zeitalters der Herrschaft des Konsumismus" (Pasolini).
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.11.2009
Henning Klüver bekommt Sehnsucht nach Zitronen bei dieser Lektüre und beim Anschauen der alten Fotos. Die Italienreise, die Pier Paolo Pasolini Sommer 1959 für eine Zeitungsreportage unternahm, erschließt Klüver nicht nur die Themen Pasolinis - der geschundene und der vitale Körper der Menschen wie der Landschaften, das Archaische im genauen Blick. Der erstmals auf Deutsch erhältliche Band zeigt ihm auch die Widersprüche eines Landes im Wandel zwischen Tradition und "neuen Freizeitriten" und Konsum. Hilfreich erscheint Klüver das Nachwort des Pasolini-Kenners Peter Kammerer, das mit Hintergründen und einer Einordnung des Textes in Leben und Werk des Autors aufwartet. Lobend erwähnt Klüver schließlich die klare Übersetzung von Christine Gräbe und Annette Kopetzki sowie die Bebilderung, die die geschilderten Kontraste seiner Ansicht nach trefflich illustriert.
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