Aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller. Notre-Dame-de-la-Merci heißt das Dorf im Norden Kanadas, Schauplatz einer menschlichen Tragödie, wie sie nur die Provinz zu schreiben vermag. Schnee ist hier immer schmutzig, die Herzen verdorrt, vertrocknet. Daniel der Kleine in zu groß geratenem Körper liebt Odette, Odette, Koksdealerin und magische Schönheit, liebt Jean. Jean, lokaler Möchtegern-Gangster, liebt nichts und niemanden außer seinen Traum vom coolen Leben in Mexiko. Mit dem Selbstmord von Jeans Vater am traurigen Seil beginnt der Reigen einer Suche nach Glück in einer Welt, die vor Ungerechtigkeit schreit. Jede
noch so liebevoll gemeinte Bewegung endet in Gewalt. Sackgasse.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.11.2016
Roman Bucheli ist glücklich, dass zumindest einer von fünf Romanen des erst siebenundzwanzigjährigen kanadischen Schriftstellers Quentin Mouron nun in vorzüglicher deutscher Übersetzung vorliegt. Für den Kritiker ist dieses 2012 im Original erschienene literarische "Kabinettstück", in dem Mouron die Trostlosigkeit seines einstigen Heimatstädtchens und dessen Bewohner mit geradezu brutaler Gnadenlosigkeit auslotet, schlicht ein Meisterwerk. Wie der Autor seine Figuren, denen wir nur einen eisigen Wintertag lang folgen dürfen, tiefenscharf und doch geschmeidig skizziert, eine reflektierende Außenperspektive einflicht und in der Kunst der Verschwiegenheit brilliert, ringt dem Kritiker größte Anerkennung ab. Und die beinahe "fiebrig hingetuschten", sinnlichen Bilder machen den Rezensenten trotz der geschilderten Tristesse vollends glücklich.
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