Herausgegeben von Sandra Richter, Martin Mosch und Mirko Nottscheid. Der opulent ausgestattete Band präsentiert erstmals Rilkes Zeichnungen, in Kooperation mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach, mit über 150 Abbildungen. Rilke zeichnet: Ritter, Ungeheuer, Madonnen, Paläste, Traumwelten mit galanten Offizieren in Uniform und eleganten Damen im Abendkleid, Bildgeschichten aus der Prager Gesellschaft und Impressionen auf Reisen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 09.10.2025
Eine Sensation ist diese Veröffentlichung, meint Rezensent Arno Widmann: Wer hätte ahnen können, dass Rainer Maria Rilke ein derart großes zeichnerisches Werk erschaffen hat? In Kinder- und Jugendjahren sind viele der hier versammelten Bilder entstanden, erläutert Widmann, oft tauchen zunächst militärische Themen auf, was durch biografische Prägung zu erklären sei, auch Figuren aus seinen und den Werken anderer Autoren zeichnet Rilke sowie kurze Ausschnitte aus Bildgeschichten. Anders als Gunilla Eschenbach, Mirko Nottscheid und Sandra Richter, die diesen Band zusammengestellt und kommentiert haben, glaubt Widmann allerdings nicht, dass Rilkes grafisches Werk originell ist, vielmehr habe er - Widmann nennt mögliche Vorbilder - oft schlicht Bekanntes nachgezeichnet. An einigen Beispielen zeigt Widmann, wie die Zeichnungen Rilke weg von der Welt führen, während seine Dichtung ihn zu ihr, zu den Dingen und Tieren vor allem, bringt. Mit den von dem Autorenteam vertretenen Thesen ist der Rezensent also nicht einverstanden, neue Erkenntnisse über Rilke bringt ihm dieses Buch dennoch.
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