Peter Handke

Peter Handke: Zeichnungen

Cover: Peter Handke: Zeichnungen
Schirmer und Mosel Verlag, München 2019
ISBN 9783829608534
Gebunden, 208 Seiten, 39,80 EUR

Klappentext

Mit 104 Farbtafeln. Aus dem Italienischen von Marianne Schneider. Mit einem Essay von Giorgio Agamben. Reisen, Streifzüge durch die Welt und vor allem Spaziergänge sind eine wichtige Quelle von Peter Handkes Schriftstellertätigkeit. Seit Mitte der 1970er Jahre hat er immer ein Notizbuch bei sich, in das er auch zeichnet, mit Bleistift, Kugelschreiber und Filzstift. Es sind Vignetten mit wundersamen Titeln: "Neugeborene Frösche, ca. zweifach vergrößert", "Apfel von oben, mit Rest der Blüte / Pilzabdruck", "Lindenblüte in der Kaffeetasse". Menschen zeichnet er kaum, dafür Segelboote, Zypressen, immer wieder Pilze, Ameisenhaufen, Igel, mal skizziert, mal füllig gestrichelt, einige fast abstrakt, andere fast realistisch genau, wobei sich die Wirkung mitunter verschiebt - Objekte sehen aus wie Satzzeichen, Schrift wirkt dinglich.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 05.12.2019

Der hier rezensierende Kunsthistoriker Peter Geimer lernt beim Betrachten von Peter Handkes Zeichnungen, dass das Unscheinbare, Beiläufige bestechen kann und Ungeschicklichkeit kein Makel sein muss. Solange man die aus Notizheften herausgetrennten und so von der sie umgebenden Schrift isolierten Skizzen von Blättern, Pflanzen, Katzen und Schulkindern nicht irrigerweise zur Hochkunst stilisiert, meint Geimer, sind sie zauberhaft: in ihrer Nähe zur Schrift, ihrer Reduktion und überraschenden Genauigkeit, so Geimer.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.08.2019

Arno Widmann schwelgt in den Zeichnungen Peter Handkes. Spatzenbadekuhlen, Regen auf Glas, Wind - was Handke einfängt, erzählt für Widmann von der Dauer im Flüchtigen und von der Selbstverständlichkeit, mit der der Künstler Eindrücke festhält. Dass die Mittel dazu nie hinreichen, spielt gottlob keine Rolle, findet Widmann. Allein der Einblick in die Arbeitsweise Handkes, den die Zeichnungen bieten, ist das Schauen wert, meint er.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 29.07.2019

Ein Muss für Handke-Fans hat Rezensent Michael Opitz anzukündigen. Wenn Peter Handke zum Zeichenstift greift, ist die Schreibhand nicht weit, stellt der Rezensent fest. Die erstmalig zu bewundernden Zeichnungen von Amseln, Pilzen und Pappeln zeigen Handke laut Opitz als genauen Beobachter des Nebensächlichen und also als zeichnenden Schriftsteller bzw. schriftstellernden Zeichner Handke. Wie direkt  die Zeichnungen ins schriftstellerische Werk führen, kann Opitz auch daran erahnen, dass die Miniaturen (laut Pressetext) aus Handkes Notizheften "herausgeschnitten" wurden. Diesen Kontext hätte er sich gern noch über eine erweiterte Abbildung erschlossen.

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