Aus dem Englischen von Michael Mundhenk. Was die Zukunft bringt, können wir nicht sagen - stets liegt das, was vor uns liegt, im Ungewissen, also in der Dunkelheit, weil Zukunft immer schon das war, was wir daraus gemacht haben. Dieses Machen, das Tun, das Engagement und der kleine und große Aktivismus stehen im Zentrum dieses Essays, den Rebecca Solnit bereits vor fast zwanzig Jahren geschrieben hat - und der damit einem spezifischen historischen Moment entspringt, in dem vieles möglich schien. Dass sich nicht alles davon eingelöst hat, ist dabei kein Zeichen des Scheiterns oder Versagens. Denn wenn uns die Geschichte etwas lehrt, argumentiert Solnit, dann dass bisher noch jede Form des kollektiven Engagements Früchte getragen hat - wenn vielleicht auch andere als die ursprünglich angestrebten. Es ist ihr prozessualer, schöpferischer und kreativer Politikbegriff, der Rebecca Solnits Essay gerade angesichts verhärteter Fronten wieder so ermutigend macht: weil es angesichts der komplexen Gegenwart mehr als einen Weg gibt, um durch unser Engagement die Zukunft zu gestalten.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 19.05.2025
Kritikerin Katharina Döbler freut sich, dass die Essays von Rebecca Solnit auch zwanzig Jahre nach Entstehen noch relevant und zukunftsgewandt geblieben sind: Solnit schaut darin auf soziale Bewegungen ab den 1980er Jahren, getragen wird sie vom Willen zur Hoffnung. Die definiert sie als Erkenntnis, dass "in der Weite der Ungewissheit Raum zum Handeln ist", zitiert Döbler, die sich freut, dass die eleganten Formulierungen Solnits im ganzen Buch zu finden sind. Pragmatisch-entspannt schreibt die Autorin ihr zufolge über Revolutionen, die sie gar nicht im marxistischen Sinne als Umsturz von Herrschaft definiert, sondern als "multinationale Aufbruchssituationen", deren Veränderungen auch subtil und langfristig eintreten können. Und, so lernt die Rezensentin abschließend, eine Zukunft, die dunkel aussieht, ist erstmal nur das - dunkel, "nicht: schrecklich."
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