Richard David Precht

Tiere denken

Vom Recht der Tiere und den Grenzen des Menschen
Cover: Tiere denken
Goldmann Verlag, München 2016
ISBN 9783442314416
Gebunden, 512 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext

Wie sollen wir mit Tieren umgehen? Wir lieben und wir hassen, wir verzärteln und wir essen sie. Doch ist unser Umgang mit Tieren richtig und moralisch vertretbar? Richard David Precht untersucht quer durch alle Disziplinen die Strukturen unserer Denkmodelle. Ist der Mensch nicht auch ein Tier - und was trennt ihn dann von anderen Tieren? Welche Konsequenzen hat das für uns? Precht schlägt einen großen Bogen von der Evolution und Verhaltensforschung über Religion und Philosophie bis zur Rechtsprechung und zu unserem Verhalten im Alltag. Dürfen wir Tiere jagen und essen, sie in Käfige sperren und für Experimente benutzen?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.10.2016

Markus Wild hat einige Probleme mit Richard David Prechts Buch "Tiere denken". Schon, dass der Autor seine Tierethik als "neu" bezeichnet, obwohl bereits ähnliche Überlegungen von Philosophinnen wie Florence Burgat, Cora Diamond, Lori Gruen, Martha Nussbaum, Evelyn Pluhar, Ursula Wolf und vielen anderen angestellt werden, diese aber allenfalls am Rande erwähnt werden, stört den Kritiker. Zwar gibt er Precht insofern Recht, dass die Sensibilität Tieren gegenüber zu sehr im Privaten bleibe, die Argumente, mit denen der Philosoph seine daraus folgende "Ethik des Nichtwissens" ableitet, überzeugen Wild jedoch nicht: Insbesondere Prechts These, wir sollten uns im Umgang mit Tieren auf unsere Intuition verlassen, in Folge also nur Tiere essen, die wir auch selbst töten würden, setzt laut Wild auf eine "Psychologisierung von Moral", nicht aber auf ethische Prinzipien. Das letzte Kapitel, in dem der Autor über gesetzlichen Schutz von Tieren in Deutschland, Jagd in Mitteleuropa oder die Problematik von Tierversuchen informiert, hat der Rezensent allerdings mit Gewinn gelesen.
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