Auch wenn es inzwischen einen breiten Konsens gibt, dass dem Wohlbefinden der Tiere Rechnung zu tragen ist, werden Tiere in der Praxis nach wie vor in großem Stil für menschliche Interessen genutzt und dabei millionenfach schwerem Leiden ausgesetzt. Dafür, dass hier Ausnahmen vom Verbot der Leidenszufügung als moralisch gerechtfertigt gelten, die wir gegenüber Menschen nicht für akzeptabel halten, ist neben Gleichgültigkeit und Egoismus die in der alltäglichen Moral noch immer tief verankerte Vorstellung verantwortlich, dass der Mensch ein in besonderer Weise wertvolles Wesen ist und daher das Recht hat, die Tiere, wenn auch unter Beachtung gewisser Rücksichten, für seine Zwecke zu gebrauchen. Dagegen stehen Positionen, die einen moralisch gleichen Status für Tiere fordern.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.04.2013
Man muss kein Vegetarier sein, das nicht. Aber das Schnitzel auf dem Teller sollte in seinem Vorleben als Kalb frei von Leid und gemäß seinen Anlagen gehalten worden sein. Derart ausgewogene Positionen findet man in Ursula Wolfs Übersicht zu den Grundfragen der Mensch-Tier-Ethik. "Ausgereift" sei das Ganze, bestätigt Rezensent Mario Schärli, dem besonders die allgemeinverständliche Sprache und die "begrifflich präzise" Gedankenführung gefällt. Das ist keine Überraschung bei Wolf, die schon 1990 mit "Das Tier in der Moral" den damaligen Goldstandard in der deutschen Diskussion zur Tierethik vorlegte. Das aktuelle Buch der in Mannheim lehrenden Philosophin scheint dem Vorgänger in nichts nachzustehen. Und dank dem Mix aus Theorie und Praxis kann das Buch von Ethikanfängern und Experten gleichermaßen "mit Gewinn" gelesen werden, meint Schärli. Und sogar von Schnitzelfans.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.2012
Das Verhältnis von Mensch und Tier grundsätzlich zu verstehen, ist dem Rezensenten ein Anliegen. Das Buch der Philosophin Ursula Wolf kommt Thomas Gross da gerade recht. Laut Gross gelingt es der Autorin, ein brisantes Thema mit der nötigen skeptischen Umsicht, mit moralphilosophischer Kenntnis, aber ohne ideologische und metaphysische Voraussetzungen anzugehen. Wenn ihm Wolfs Argumentation anregend und ethisch überzeugend erscheint, hat das für den Rezensenten auch damit zu, dass die Autorin Moral, insbesondere Rücksicht und Fürsorge, und das Konzept eines guten Lebens miteinander verbindet. Dazu gehört für sie der verantwortungsbewusste Umgang mit dem Tier.
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