Christine Teuschs (1888-1968) Biografie spiegelt die großen politischen Umbrüche der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert wider. Im Kaiserreich geboren, gehörte sie der ersten Generation Parlamentarierinnen an, die 1919 in die Weimarer Nationalversammlung gewählt wurden. Teusch, die einem streng katholischen Elternhaus entstammte, etablierte sich im Berliner Reichstag schnell als Sozialpolitikerin und fand im linken Flügel des Zentrums ihre politische Heimat. Das katholische Verbandswesen und insbesondere die katholische Frauenbewegung prägten ihre politische Arbeit. Ihr karitatives Engagement ermöglichte es ihr, in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur weiter aktiv zu bleiben. Als erste Ministerin eines Bundeslandes (1947-1954) ging sie in die Geschichte der Bundesrepublik ein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.02.2015
Christiane Liermann freut sich über die dem Kölner Stadtarchiv quasi in letzter Minute abgerungene Biografie über Christine Teusch, die Kathrin Zehender hier vorlegt. In der von der Autorin "grundsolide" und wohlwollend erzählten Lebensgeschichte der streitbaren Politikerin erkennt die Rezensentin die großen Zäsuren und Entwicklungsschübe des 20. Jahrhunderts wieder. Wenn Zehender über Teuschs bürgerliche Herkunft, ihren Aufstieg im katholischen Verbandswesen und ihre parlamentarische Karriere in der Zentrumspartei berichtet, erkennt Liermann zwar das Engagement dieser Frau für die Sache der Frau, hätte sich jedoch zugleich tiefere Einblicke in das Verhältnis von strenger Glaubenshaltung und politischer Überzeugung gewünscht.
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