Rolf Tiedemann (Hg.)

Frankfurter Adorno Blätter

Band VII
Cover: Frankfurter Adorno Blätter
Edition Text und Kritik, München 2001
ISBN 9783883776866
Broschiert, 188 Seiten, 21,50 EUR

Klappentext

Im Auftrag des Theodor W. Adorno Archivs herausgegeben. Der vorliegende Band ist dem Musikphilosophen und Komponisten Adorno gewidmet. Im Mittelpunkt steht eine Reihe bislang unveröffentlichter Texte und Fragmente Adornos, darunter zum ersten Mal eine umfangreichere Auswahl aus seinen musikalischen Notizen. Weiter enthält der Band zwei ungedruckte Texte über Musik im Rundfunk. Daneben findet der Leser ein Gespräch über Spätstil in Musik und Literatur, Aufzeichnungen zu einem nicht ausgeführten Aufsatz über Hanns Eisler sowie den Vortrag "Zum Problem der musikalischen Analyse", den Adorno wenige Monate vor seinem Tod gehalten hat. Ergänzt werden die Texte Adornos durch eine Reihe von Arbeiten über ihn und sein Werk.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.07.2002

Die Adorno-Blätter VII stammen aus dem Nachlass-Archiv und sind eigentlich nicht zur Veröffentlichung bestimmt gewesene Arbeitsnotizen, berichtet Stefan Dornuf. Die jüngste Auswahl gelte ausschließlich dem Musikphilosophen und Komponisten Adorno, der sich ausführlich mit Hanns Eisler auseinandergesetzt habe, mit dem er freundschaftlich verbunden gewesen Sei. Dies habe ihn jedoch nicht von einer Kritik an Eislers kompositorischem Schaffen im Dienste der proletarischen Bewegung abgehalten, die Dornuf aufgrund ihrer selbstkritischen Haltung und zugleich differenzierten Betrachtungsweise beeinduckend findet. Adorno setzt seinen eigenen "ästhetizistischen" Weg in Beziehung zu Eislers Existenz als "engagierter Künstler", schreibt Dornuf, und handelt dabei prototypisch die Stärken und Schwächen einer solchen Künstlerexistenz ab. Eislers Umgang mit dem musiksprachlichen Material verrate bei genauerer Betrachtung, dass dieser seine Naivität nur vortäusche (anders als Schönberg) beziehungsweise nachahme, im Grunde aber nicht wirklich an die gute Sache glaube, in deren Dienst er meine sich stellen zu müssen. Was andere Eisler als Indivualismus angekreidet hätten, gerate so bei Adorno zu einem Lob, dass nämlich Eislers individualistische Seite ihm immer wieder in die Quere gekommen sei.

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