Vergleiche sollten überraschend sein und am Bekannten neue Seiten zutage treten lassen. Rolf Wiggershaus zeigt Gemeinsamkeiten in der Bestimmung des Philosophierens bei Adorno und Wittgenstein auf: Für beide ist Philosophieren nicht eine dem Alltag enthobene Expertentätigkeit, sondern reflektierende Lebenshaltung - darum ist es äußerst aufschlußreich, den Stil des Philosophierens der beiden vor dem Hintergrund ihrer Biographie zu betrachten, um so den spezifischen Zusammenhang von Philosophie und Leben zu skizzieren. Dadurch wird übergeleitet zu Wittgensteins und Adornos philosophischer Praxis - Praxis im Sinne dessen, was sie in ihren Texten tun. Schließlich wird anhand von Wittgensteins und Adornos Gedanken zur Sprache der Philosophie dargelegt, was durch sie endgültig auf den Weg gebracht wurde: Philosophieren als eine gegenüber Lebenswelt wie Wissenschaft so bescheiden wie selbstbewußt auftretende reflektierende Teilnahme an beidem.
Weniger die dargestellten vermeintlichen Anknüpfungspunkte zwischen Adorno und Wittgenstein scheinen den Rezensenten Martin Seel zu überzeugen. Es sind mehr die dargestellten Philosophen für sich, denen die Aufmerksamkeit des Rezensenten gilt: es sei eine "gute Einführung" in das Denken Wittgensteins. Was Adorno angeht, ist Seel jedoch geradezu enthusiastisch: "eine der besten" Einführung in sein Denken sei diese Veröffentlichung. Was die beiden Philosophen verbindet, ist demnach zumindest ein Autor, der ihr Denken nachvollziehbar darstellen kann.
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