Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.12.2003
Wie der mit "upj" zeichnende Rezensent erklärt, war der Schriftsteller Rudolf Pannwitz nicht nur ein "Meister in der Kunst, sich kurz zu fassen", der in der Verdichtung des Aphorismus seine Sprache gefunden hat, sondern auch ein Meister des "philosophischen Eigensinns", der seiner "Menschenfeindlichkeit" und "zelebrierten Egomanie" die Schärfe des knappen Ausdrucks verlieh: "Ich will dass kein mensch mit mir zusammen lebt der ein anderes leben als mein leben lebt und der mir nicht in allen dingen gehorcht." Der begleitende Essay der Herausgeberin Gabriella Rovagnati wird in diesem Zusammenhang lobend erwähnt. Sie arbeite heraus, dass es sich bei diesen Aphorismen keinesfalls um privaten Notizen, sondern um regelrechte und allgemeine Verhaltensvorschriften handelt, und sogar um eine experimentelle "epikureische Maßnahme" der maßvollen Genügsamkeit. Neben diesem Essay, so der Rezensent, enthält der Band meist unveröffentlichte Aphorismen aus den 40er und 50er Jahren.
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