Das Bunte Bentheimer Schwein, die Grüne Zebratomate und der Holsteiner Lederkäse: uralte deutsche Spezialitäten, die lange von unseren Speisekarten verschwunden waren, weil für sie in der industrialisierten Landwirtschaft kein Platz mehr ist. Doch sind mit den in diesem Buch geschilderten Naturprodukten auch die Vielfalt geschwunden und das Abenteuer aufregender, intensiver kulinarischer Erlebnisse. Man kann die Region, in der man lebt, kaum noch - schmecken. Eine Entwicklung, die immer mehr Produzenten dazu bringt, sich mit dem Erhalt alter Tierrassen und Pflanzensorten zu beschäftigen. Auf der Suche nach diesem neu zu entdeckenden Reichtum ist Sabine Herre durch ganz Deutschland gereist. Sie hat Obstbauern und Bierbrauer, Käser und Metzger, Schnapsbrenner und Essigmacher besucht, die noch immer (und immer mehr) traditionelle regionale Spezialitäten herstellen: Backsteinkäse auf einer Alpe im Allgäu, Schneckenplantagen im Schwäbischen und "Eßbare Landschaften" in Vorpommern - zum Versand von Blüten und Wildkräutern in alle Welt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.05.2006
Die Idee des Buches ist gut, scheint Jürgen Dollase zu denken. Nur an der Umsetzung könnte seiner Meinung nach noch gefeilt werden. Gut recherchiert findet er die kulinarischen Details und die Rezepte, und auch das angehängte Adressverzeichnis hält er für sinnig. Trotzdem wird er das Gefühl nicht los, es bei diesem Thema mit einem Geist zu tun zu haben: Ein kulinarisches Deutschland, das gibt's doch längst nicht mehr! Erschrocken schaut der Rezensent auf die von Sabine Herre zusammengetragenen Daten, auf kontraproduktive EG-Normen und wenig delikate Konsumgewohnheiten und kommt mit der Autorin zu dem Schluss, dass das Problem in den Köpfen liegt. Den Anstoß zu einer entsprechenden Diskussion, die in der Lage wäre, etablierte Standardprodukte in Frage zu stellen und regionale Spezialitäten stark zu machen, den sucht der Rezensent in diesem Buch jedoch vergeblich.
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