Aus dem Nachlass hearusgegeben von Joachim Schlör. Sammy Gronemanns amüsant geschriebene Erinnerungen an die Zeit von 1860 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges geben auf vergnügliche Weise Einblick in das jüdisch-zionistische Milieu.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.10.2003
Im Falle von Sammy Gronemanns "Erinnerungen" sieht sich der klassische Memoirenleser getäuscht, warnt Robert Jütte, der dem von Joachim Schlör herausgegebenen und kenntnisreich kommentierten ersten Teil dieser "Erinnerungen" das Etikett 'halbbiografisch' verpasst. Das eigene Schicksal des 1875 in Westpreußen gebürtigen Gronemann, der 1933 über Frankreich nach Israel emigrierte, diene dem Autor mehr als "Spiegel für die Geschichte des deutschen Judentums", schreibt Jütte. Gronemann hat seine Lebenserinnerungen 1946 zu Papier gebracht; er beschränkt sich, erklärt der Rezensent, auf einige wesentliche Punkte und Ereignisse seiner Jugend, die als Sohn eines Rabbiners, und darum aus einem nicht assimiliertem Elternhaus stammend, nicht unkompliziert verlief und den angehenden Juristen zum Zionismus bekehrte. Wer auf mehr Informationen über Gronemanns rege Schriftstellertätigkeit hofft - seine Bücher standen in den 20er Jahren auf den Bestsellerlisten -, erfährt nur am Rande etwas darüber, baut Jütte vor; dafür liebe Gronemann wie sein literarisches Vorbild Laurence Stern Abschweifungen jeder Art und wüsste immer wieder Amüsantes wie Nachdenkliches zu erzählen.
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