Katalog zur Ausstellung im Museum für Gestaltung Basel 2001/2002. Herausgegeben von Matthias Götz, Bruno Haldner, Matthias Buschle und anderen. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Der Satz ist ein Gemeinplatz, nichtsdestoweniger trifft er zu, genauso wie die Umkehrung: Wo Schatten ist, ist Licht. Doch ein Gleichgewicht herrscht nicht: Was im Schatten ist, wird übersehen, was im Licht strahlt, wird über Gebühr beachtet. Das Schattenbuch verfolgt das ehrgeizige wie nahezu aussichtslose Ziel, die Aufmerksamkeit vom Licht weg auf die Erscheinungsformen des Schattens zu lenken. Es wirft gewissermassen ein Licht auf den Schatten. Das brächte den Schatten zwar - visuell gesehen - zum Verschwinden, ist jedoch inhaltlich ein vielversprechendes Unterfangen. Dabei geht es um vieles, was den Schatten ausmacht: um Mythologie, Philosophie und Wissenschaft, um Bildtheorie, Literarisches und um die medialen Funktionen des Schattens überhaupt. Es geht aber auch darum, von einem "Alten Medium" wie dem Schatten etwas für den Umgang mit den "Neuen Medien" zu lernen: Je neuer die Medien, desto wichtiger wird die Beherrschung der alten - ein altes, bewährtes Rezept.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.02.2004
Eine wohlwollende Besprechung im Allgemeinen mit Kritik im Besonderen: Schön findet der "flow" zeichnende Rezensent, dass der Schatten zum Thema der kultur-, kunst und wissenschaftsgeschichtlichen Betrachtung wird - interessante "Schattengeschichten" mit Protagonisten wie Platon, Faust und Röntgen und vielen mehr finden sich in dem vorliegenden Band. Weniger schön findet er die Gestaltung ("briefmarkengroße Schwarz-Weiß-Abbildungen" illustrieren den Beitrag über Kunst) sowie den eingeschränkten Blickwinkel der Editoren. So stamme eine der faszinierendsten und erhellendsten Schriften über den Schatten vom Japaner Tanizaki Junichiro. Tja, wo Licht ist ...
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