Herausgegeben von Walther Dürr, Michael Kube, Uwe Schweikert, Stefanie Steiner und Michael Kohlhäufl. 634 Sololieder schrieb Franz Schubert und setzte mit diesem gewaltigen und außerordentlich vielfältigen Œuvre die Gattung in der Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts durch. Das vorliegende Lexikon bietet erstmals einen Überblick über die gesamte Bandbreite der Lieder, von denen jedes in einem eigenen Eintrag vorgestellt wird: Ein erster Abschnitt gibt Hinweise zum Gedicht, seiner literaturgeschichtlichen Stellung, klärt inhaltliche Besonderheiten und erläutert sprachliche und begriffliche Eigenarten. Ein zweiter Abschnitt gilt der Vertonung. Er geht auf die Zusammenhänge zwischen Text und Musik ein, erläutert Eigenheiten melodischer, harmonischer und rhythmischer Art und weist Einflüsse anderer Komponisten sowie der geistigen Strömungen der Zeit nach. Abgedruckt ist in der Regel der Anfang jedes Liedes im Notenbeispiel sowie zumeist der vollständige Text nach dem Wortlaut der Neuen Schubert-Ausgabe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.05.2012
Was dieses Kompendium für ihn zum Ereignis macht, erläutert Laurenz Lütteken ausführlich, indem er eine Definition des Handbuchs vornimmt und den vorliegenden Band schließlich als Mischung aus Handbuch und Lexikon charakterisiert. Handbuch, weil es Schuberts nicht als stabiles Repertoire vorliegendes Liedschaffen in Werkporträts zuallererst erschließt, nicht bloß zusammenfasst, wie wir lernen. Lütteken hält das für eine erstaunliche Leistung der Herausgeber um den Schubert-Experten Walther Dürr und für ein Glück für so ziemlich jeden, der sich mit Schubert befassen möchte, Liebhaber wie Wissenschaftler. Die Qualität der Beiträge variiert laut Rezensent von Erlebnisrhetorik über die eher technische Darstellung bis zu reinem Feinsinn (Dürr über die Novalis-Hymne). Gut zu benutzen sei der Band aufrgund der Sorgfalt bei der Edition und des Registerumfangs in jedem Fall, versichert Lütteken. Darüber hinaus enthält er eine Einsicht, die sich der Rezensent gar nicht erträumt hätte, weil sie eher in eine Monografie gehörte, wie er meint: Dass es nämlich einen gemeinsamen Fluchtpunkt der Schubert-Lieder nicht gibt und also auch keine pointierte Darstellung über sie geben kann. Erstaunlich, erstaunlich.
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