Aus dem Amerikanischen von Manfred Allie. In "Unzweifelhaft der Beste" erzählt Scott Bradfield von den Träumen amerikanischer Kleinbürger, die im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, den Schäumen ihrer Wünsche hinterher jagen, sich schon fast am Ziel glauben, bevor die Seifenblase ihrer Illusion mit leisen Plopp zerplatzt.
Scott Bradfield zieht ein sehr skeptisches Fazit über Zustand der Welt, findet der Rezensent Dieter Hildebrandt und gibt dem Autoren mit seiner "melancholisch-eisigen Botschaft" weitgehend recht. Der Rezensent findet, dass es Bradfield gut gelingt, seinen "ekstatischen Sarkasmus" in erzählenswerte Geschichten und glaubwürdige Charaktere einzubauen. Das Ergebnis hat seiner Meinung nach nicht viel mit der traditionellen amerikanischen Kurzgeschichte zu tun, sondern ist eher ein "Expressionismus der Solidarität" mit den verlorenen Menschen in einer sehr ungemütlichen Welt.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 22.03.2001
Angelika Ohland zeigt sich beeindruckt von dem Universum, das Scott Bradfield in seinen Kurzgeschichten entwirft und den "Losern", die es bevölkern. Die Häuser, in denen sich seine Protagonisten verschanzen, spielen eine wichtige Rolle in den Kurzgeschichten, die Anti-Helden leben eine "autistische Freiheit" aus. Sein Menschenbild ist nicht gerade optimistisch: "Unbeirrbar durch Moral oder sonstiges menschliches Regelwerk, folgen sie der grausamen Eigenlogik ihres Lebens", schreibt Ohland. Da kommen die Tiere, die bei Bradfield auch eine zentrale Rolle spielen, besser weg. Angesichts der Figuren, die er beschreibt, findet Ohland, dass ein Vergleich mit Raymond Carver auf der Hand liegt, auch wenn Bradfield nicht realistisch - wie Carver - beschreibt, sondern eine surreale Herangehensweise verfolgt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.03.2001
Insgesamt 11 Erzählungen finden sich in diesem Band von Scott Bradfield, und die wurden vom Autor selbst aus einem umfangreicheren Original von 1993 ausgewählt. Im Großen und Ganzen gefallen die Geschichten dem Rezensenten Eberhard Falcke auch, wenngleich er auch findet, dass sie bisweilen zu sehr ins Wunderliche abkippen und "zu wenig von sozialer und sonstiger Signifikanz" übrigbleibt. Aber ein Problem bleibt für ihn: auch wenn Bradfield gute Geschichten zu erzählen hat ("der flackernde Irrwitz besitzt in den Erzählungen genau die richtige Dichte"), wirken sie "fast schon ein wenig antiquiert", weil sich für ihn der Schockeffekt der modernen Abgründe der amerikanischen Gesellschaft schon abgenutzt hat.
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